Online: 02.02.2017 - ePaper: 03.02.2017

Thema Gewalt im Fokus

ZoomDer Kulturverein Platenlaase hat im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe zum Thema Gewalt die Autorin Mithu M. Sanyal zu einer Lesung eingeladen.

ejz Platenlaase. Unter dem Titel "Gewaltige Wochen" hat der Kulturverein Platenlaase gemeinsam mit Violetta eine zweiwöchige Veranstaltungsreihe im Februar organisiert. Vom 6. bis zum 19. Februar soll dabei das Thema Gewalt bei 15 verschiedenen Terminen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden, so das Ziel der Veranstalterinnen. Neben den Partner-Organisationen, zu denen auch die Stiftung Leben und Umwelt zählt, haben sich alle Arbeitsgruppen des Kulturvereins mit interessanten Veranstaltungsformaten eingebracht. Es laufen mehrere Filme, auch als Schulkinowoche, ein Frauenabend mit Theater, Buffet und Tanz sowie ein Frauenfrühstück mit Flohmarkt, Infoständen und Büchertisch. Darüber hinaus findet eine Ausstellung statt, und zum Abschluss wird es einen Live-Musikabend mit gemeinsamer Tanznacht (TNT) geben.

Um das komplexe Thema sexueller Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung zu behandeln, hat der Kulturverein Platenlaase die Autorin Mithu M. Sanyal zu einer Lesung eingeladen, die am Donnerstag, dem 9. Februar, um 20 Uhr in Platenlaase beginnt. Ihre Recherchen zu dem Buch "Vergewaltigung - Aspekte eines Verbrechens" begannen zwar bereits vor der Silvesternacht, doch die Vorfälle in Köln bestärkten sie in ihrem Vorhaben, mit dem Tabu zu brechen.

In den Veranstaltungen geht es um versteckte und offene Gewalt, innerhalb der Familie und des direkten Umfeldes, aber auch um strukturelle und staatliche Gewalt. Es wird der Frage nachgegangen, in welchem Verhältnis Gewalt zu Geschlechts- und Rollenidentifikation steht. Ebenso werden die aktuellen Debatten um Flucht und Bleiberecht aufgegriffen. Weiter soll aufgezeigt werden, wie schwierig sich der Umgang mit dem Thema Vergewaltigung in unserer Gesellschaft darstellt. Für Betroffene ist es wichtig, dass sich die Gesellschaft des Themas annimmt. Das macht es leichter, öffentlich darüber zu reden und die eigene Betroffenheit anzuerkennen. Denn ohne Anerkennung ist die Genesung nur schwer möglich. Deshalb verfolgen die Veranstaltungen auch das Ziel, Mut zu machen und nicht aufzugeben. Es werden Wege aus der jeweiligen Situation aufgezeigt und daraus - trotz allem - die Kraft für sein Leben zurückzugewinnen.

Die Idee zur Veranstaltungsreihe sei entstanden, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen in einem größeren Rahmen zu behandeln, berichten die Organisatoren. Mittlerweile werde das Projekt von Kooperationen mit dem Autonomen Frauen- und Kinderhaus Lüchow und der Kooperativen Integrationsberatung Bleiben sowie One Billion Rising Dannenberg getragen.

Als ein zweites Highlight soll eine Veranstaltung Hoffnung wecken, die am Dienstag, dem 14. Februar, in Dannenberg um 17 Uhr auf dem Marktplatz im Rahmen des weltweiten Aktionstages One Billion Rising ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Kinder eingefordert. Das ausführliche Veranstaltungsprogramm ist auf der Internetseite des Kulturvereins zu finden unter www.platenlaase.de.

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