Online: 09.02.2017 - ePaper: 10.02.2017

Chefarzt verlässt Klinik

ZoomChefarzt Thomas Börner, Leiter der Gynäkologie des Dannenberger Krankenhauses, wird die Klinik mittelfristig verlassen. Er war aufgrund seiner christlichen Überzeugung nicht zu dem Kompromiss bereit, dass andere Ärzte unter seiner Führung Abtreibungen vornehmen.

bp Dannenberg. Es ist konsequent und war zu erwarten: Thomas Börner, der Chefarzt der Gynäkologie im Dannenberger Krankenhaus wird dieses mittelfristig verlassen. Er hatte aufgrund seines christlichen Glaubens zur Voraussetzung für seine Einstellung als Abteilungsleiter gemacht, dass nicht nur er selbst keine Abtreibungen vornimmt, sondern auch alle anderen dortigen Ärzte nicht. Die Klinikleitung hatte eingewilligt, die deutsche Vertretung des schwedischen Mutterkonzerns Capio aber interveniert und gefordert, es müssten auch weiterhin Abtreibungen möglich sein. Deshalb wird Börner die Klinik "mittelfristig verlassen", heißt es in einer Mitteilung. Zuvor waren Gespräche gescheitert, den Arzt zu einem Kompromiss zu bewegen. Dass dieses Vorhaben fehlgeschlagen ist, überrascht nicht.

Konzern-Geschäftsführung, Klinikleitung, Ärzte, Mitarbeiter und Beirat haben vereinbart, dass Schwangerschaftsabbrüche nach dem Beratungsmodell in Dannenberg möglich bleiben. Die Geschäftsführung bleibt bei der Version, dass es keine Absprache zwischen Krankenhaus und Träger gegeben habe. Die Klinikleitung hatte das zuvor anders dargestellt. "Fortan übernehmen andere, sehr erfahrene angestellte Fachärzte für Gynäkologie den medizinischen Eingriff", sagte Martin Reitz, Geschäftsführer der Capio Deutsche Klinik GmbH mit Sitz im hessischen Fulda.

Wie es nach dem Weggang des Chefarztes mit der Abteilung weitergeht, ist bisher unklar. In der Vergangenheit hatte sich die Suche nach einem leitenden Mediziner dem Vernehmen nach schwierig gestaltet.

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