Online: 04.04.2017 - ePaper: 05.04.2017

Auch Lüchow-Dannenberger Geldhäuser verlangen Gebühren am Automaten

Geld abheben: Umsonst nur gegen Aufpreis

ZoomBei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg bekommt man sein Geld am Automaten noch kostenlos – wenn man denn ein entsprechendes Konto hat. Doch dieser Zustand ist, sagt die Sparkasse, alles andere als neu.

rg Lüchow-Dannenberg. Dass Sparkassen und Volksbanken ihre Kunden kostenlos mit Bargeld versorgen, galt lange als ungeschriebenes Gesetz. Doch weit gefehlt. Längst ist der Service des ständig verfügbaren Geldes nicht mehr grundsätzlich kostenfrei. Entsprechende Untersuchungen des Online-Finanzportals biallo.de sorgten in den vergangenen Tagen für Aufsehen. Auch in Lüchow-Dannenberg, denn auch die beiden großen Banken hier, die Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg und die Volksbank Osterburg Lüchow-Dannenberg, haben sich teilweise schon seit Längerem von der Grundsätzlichkeit der kostenlosen Bankautomaten-Nutzung verabschiedet. Auch sie verlangen Gebühren, wenn man Geld am Automaten abhebt. Zumindest dann, wenn man als Kunde bei ihnen bestimmte Kontomodelle gewählt hat. Günstige Kontomodelle zumeist. Wer gebührenfrei Geld abheben will, muss das bezahlen - über einen höheren Grundpreis.

Zumindest bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg. Dort kostet es monatlich zwischen fünf und sieben Euro, wenn man sich als Kunde ohne Zusatzgebühren mit Bargeld aus dem Automaten versorgen möchte. Denn das Kontomodell, das das gewährleistet, heißt "GIROall inclusive" und kostet monatlich zehn Euro. Die vier kostengünstigeren Kontomodelle "GIROmobil", "GIROklassik", "GIROBasiskonto" und "GiroBürgerkonto" schlagen mit 2,95 beziehungsweise 4,95 Euro monatlichem Grundpreis zu Buche, dafür müssen Kunden jedoch - unter anderem - dafür bezahlen, wenn sie Geld abheben möchten. Allerdings nicht immer, denn fünf Bar-Ein- oder -Auszahlungen sind immer im Grundpreis enthalten, erst der sechste Besuch am Automaten oder am Bankschalter schlägt mit 40 Cent bis einem Euro zu Buche. So ist es auch im Preis- und Leistungsverzeichnis der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg zu lesen, das jedermann frei zugänglich im Internet einsehen kann. "Das Abheben an einem der rund 25000 Geldautomaten der Sparkassen ist für Kunden der Sparkassen natürlich nach wie vor kostenlos", heißt es dazu von der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg. "Je nach gewähltem Kontomodell können bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg aber, wie bei anderen Kreditinstituten auch, Postenentgelte ab der sechsten Barauszahlung pro Monat am Geldausgabeautomaten entstehen", so Sprecher Timo Redel auf EJZ-Nachfrage. Und diese Regelung sei auch nicht neu, sondern bestehe bereits seit zehn Jahren. "Die anfallenden Gebühren hängen vom jeweils gewählten Kontomodell ab, das heißt, es gibt bei der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg auch weiterhin Kontomodelle, bei denen Barauszahlungen am Geldausgabeautomaten grundsätzlich und ohne Begrenzung der Anzahl kostenfrei möglich sind", so Redel. Nennenswerte Erträge generiere die Sparkasse mit den Postenentgelten, also den Gebühren für das Abheben oder Einzahlen von Bargeld, allerdings nicht, betont Redel. Denn es würden von den Sparkassenkunden fast ausschließlich solche Abhebungen getätigt, die im Grundpreis enthalten sind.

Bei der Volksbank Osterburg Lüchow-Dannenberg kann man sich hingegen auch im günstigsten Kontomodell kostenlos unbegrenzt mit Bargeld versorgen. Jedenfalls am Automaten. Das "OnlineKonto" kostet drei Euro monatlich und bietet kostenfreie Abhebungen am Automaten, eine Abhebung am Schalter schlägt hingegen mit 2,50 Euro zu Buche. Alle anderen Kunden müssen bei der Volksbank auch für Automaten-Abhebungen zahlen: stets 35 Cent je Abhebung, wenn man sich für das vier Euro monatlich kostende "KlassikKonto" entschieden hat, jeweils zehn Cent, wenn man Inhaber eines "AktivKontos" bei der Volksbank ist. Und fünf Cent kostet es die "PremiumKonto"-Besitzer der Volksbank, wenn sie eine Barauszahlung am Automaten haben möchten. Allerdings erst ab der 51. Auszahlung im Monat, die 50 zuvor sind kostenlos und im Zwölf-Euro-Grundpreis enthalten. "Diese Gebühren erheben wir so seit dem 1. Juli 2016", sagt Oliver Stark, Leiter des Firmen- und Privatkundengeschäfts bei der hiesigen Volksbank. Und mit dieser "ersten Erhöhung seit 20 Jahren" sei die Volksbank auch ganz offensiv umgegangen, habe alle Kunden angeschrieben und ihnen die Änderungen mitgeteilt, und man veröffentliche seither die Gebühren und Leistungen der einzelnen Kontomodelle auf der Internetseite. "Um die Erhöhung führte kein Weg herum", betont Stark. Wegen der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase fehlen der Bank, wie aus dem Geschäftsbericht ersichtlich, 500000 bis 700000 Euro Einnahmen jährlich - Geld, mit dem bislang die Bargeldversorgung der Kunden quersubventioniert wurde. "Dazu kommt, dass auch für uns als Bank die Versorgung mit Bargeld teurer geworden ist - eine Gebührenerhöhung war so unvermeidbar, und wir denken, dass sie auch gerechtfertigt ist." Kundenbeschwerden habe es kaum gegeben, sagt Stark. Für die Kunden der im Sommer mit der Voba Osterburg Lüchow-Dannenberg fusionierenden Voba Clenze-Hitzacker gibt es ab dann übrigens dieselben Konto-Modelle und Gebühren.

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