Online: 29.04.2017 - ePaper: 01.05.2017

"Wir nehmen das nicht hin"

Demo gegen Schändung von Moschee

Lüchow. Gegen rechtsradikale Hetze haben am Sonnabendmittag rund 100 Menschen in Lüchow demonstriert. Die Mitglieder verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen wie des Bündnisses gegen Rechts, Zuflucht Wendland oder der Bürgerinitiative Umweltschutz bekundeten ihre Solidarität mit Muslimen, die in Lüchows ehemaligem Bahnhof gerade einen Gebetsraum einrichten. Das Gebäude hatten vermutlich der rechtsradikalen Szene Angehörende mit einem Schweinekopf, auf dem ein Hakenkreuz zu sehen war, geschändet.

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke sprach von einer "doppelten politischen Schweinerei" und betonte: "Wir nehmen das nicht hin." Die Teilnehmer zeigten sich "empört über das, was geschehen ist". Es gelte, aufzustehen gegen Rassismus und sich dem "Angriff auf die offene Gesellschaft" entgegenzustellen. Rechter Gewalt wolle man entschieden entgegentreten und schon geistige Brandstifter gelte es "in die Schranken zu verweisen". Jeder Mensch könne und müsse seine Stimme erheben gegen rechtsradikales Gedankengut.

Dass er es für möglich hält, dass Lüchow-Dannenberg für die Tat verantwortlich sind, betonte Olaf Meyer von der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen am Rande der Demo gegenüber der EJZ. Auch rechte Kräfte vor Ort würden "nach der größtmöglichen Provokation" suchen und würden eine Moschee als einen der schlimmsten Orte schlechthin empfinden. Inzwischen seien in der rechtsradikalen Szene "alle Hemmungen gefallen", derartige Taten zu begehen.↔bp

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