Online: 26.07.2017 - ePaper: 27.07.2017

Volle Keller, überflutete Straßen in Lüchow-Dannenberg

Das Chaos nach dem Regen: Warum es vor allem Grabow so schlimm traf

ZoomEin Feuerwehrmann winkt die Fahrzeuge über den Schlauch der Pumpe. Die Bundesstraße 248 stand am Mittwochvormittag in der Grabower Dorfmitte komplett unterwasser.

tl Grabow/Lüchow. Ihr wahres Ausmaß haben die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage am Mittwochmorgen gezeigt: Plötzlich waren Gräben, Bäche und Flüsse voll, übervoll und liefen über. Auch der Pegel der Jeetzel stieg deutlich sichtbar an (siehe Artikel unten). Ordentlich zu tun hatte die Feuerwehr in Grabow, wo die Kanalisation schlicht mit den Wassermassen, die vom Himmel kamen, überfordert war. So stand am Vormittag die Bundesstraße 248 in der Dorfmitte, dem tiefsten Punkt des Ortes, unter Wasser. So tief, dass die Lüchower Feuerwehr eine Hochleistungspumpe einsetzte, um die Wassermassen von der Straße zu bekommen. Weil die Wehrleute den Verkehr nur einspurig an der Einsatzstelle vorbeiführen konnten, stauten sich die Fahrzeuge teils erheblich in beide Richtungen.

Am Ortsausgang Richtung Dannenberg war die Feuerwehr ebenso im Einsatz. Der Dorfteich war so voll gelaufen, dass er gleich an mehreren Stellen über die Ufer trat und Höfe unter Wasser setzte. Dieses Problem hatten auch etliche Anwohner aus anderen Teilen des Dorfes. In Lüchow liefen mehrere Keller voll, die Feuerwehr musste die Einsätze nach und nach abarbeiten. Auch dort sorgten übervolle Entwässerungsgräben dafür, dass zahlreiche Höfe voll Wasser liefen.

Bereits kritisch zeigte sich die Lage am Vormittag am Lübelner Mühlenbach. Der war so voll, dass sich die Wassermassen an der Brücke am Ortseingang stauten und weiter aufwärts auf die Grundstücke liefen. Auch der große Parkplatz vor dem Ortseingang lief voll Wasser. Ein Problem, mit dem Bewohner vieler Dörfer zu kämpfen hatten. Bei dem einen lief das Carport voll Wasser, in dem noch Autos standen. Der andere fand seine Gewächshäuser überflutet vor. Die Böden sind gesättigt, das Oberflächenwasser hat keine Chance abzulaufen und sucht sich den Weg zum tiefsten Punkt.

Im Lüchower Industriegebiet Dickstätte war die Feuerwehr ebenso im Einsatz. Dort kamen sogar Sandsäcke zum Einsatz, um die von hinten drückenden Wassermassen von einer der dort ansässigen Firmen abzuhalten. Dennoch konnte offenbar nicht verhindert werden, dass etwas Wasser in das Gebäude drang. Die Bahnstrecke Dannenberg-Lüneburg war laut des Zugunternehmens Erixx vorübergehend wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Der Boden war so durchfeuchtet, dass einige Bäume nicht mehr standhielten. Im Laufe des Mittwochs kam es noch zu Verspätungen, mittlerweile läuft der Bahnverkehr aber wieder normal.

Stellenweise fielen an die 100 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden. Das vor allem im Südkreis rund um Bergen und Schnega und auch rund um Lüchow. Das war etwas mehr, als der Deutsche Wetterdienst prognostiziert hatte. Der hat die Unwetterwarnung vor extremem Dauerregen mittlerweile aufgehoben. Der Juli hat zusammen mit den starken Regenfällen am Anfang des Monats für Lüchow-Dannenberg für einige Orte mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gebracht. Das ist fast das Dreifache des normalen Niederschlags für diesen Sommermonat, der eigentlich einer der niederschlagsärmsten im Jahr ist.

Für die kommenden Tage ist wettertechnisch aber Entspannung angesagt. Zwar wird es immer wieder Schauer und auch Gewitter geben. Doch die großen Regenmengen wie in den vergangenen Tagen werden dabei wohl nicht fallen, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst. Allerdings: Längere trockene Phasen werden nicht dabei sein. Das dürfte vor allem die Landwirte in Lüchow-Dannenberg voll treffen.

Eine Bildergalerie, die auch mit Leserfotos bestückt ist, finden Sie online auf www.ejz.de.

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