Online: 06.08.2017 - ePaper: 07.08.2017

Der Party-Leuchtturm

Tausende Partygäste feiern die Wiesenfete in Quickborn

ZoomDie Wiesenfete in der Feldmark bei Quickborn ist Lüchow-Dannenbergs größte Party - und sie wird jedes Jahr größer.

Quickborn. Es ist längst hell, als die letzten Besucher gehen. Die Sonne ist aufgegangen über der Quickborner Feldmark, und die 22. Wiesenfete, die dort gefeiert wurde, ist zu Ende. Zumindest für die wieder einmal mehreren tausend Besucher, deren Nachhut gerade angeschlagen, aber in erstaunlich guter Verfassung zu Fuß den Weg Richtung Gusborn antritt. Schon seit einiger Zeit ist die Musik aus, und die vielköpfige Security hat den Platz, eine große Grünfläche inmitten von Mais-, Kartoffel- und Getreidefeldern zwischen Quickborn und Gusborn, auf dem zuvor gefeiert wurde, mit Nachdruck, aber freundlich, geräumt. Irgendwann muss nun einmal Schluss sein. Das war schon immer so bei Lüchow-Dannenbergs größter Party. Einer Party, die mittlerweile Fans in ganz Norddeutschland hat. Und die - gefühlt zumindest - jedes Jahr weiter wächst. Die älter wird, aber nicht altert. Eine Party mit Tradition und Traditionen, aber eben gänzlich ohne Patina.

Eine ganze Woche lang hatte das Wiesenfeten-Team das Areal für die Party vorbereitet. Die Bühne und die Tanzfläche aufgebaut, die aufwändige Lichtanlage, Zelte, die einen mehr als 30 Meter langen Tresen überspannen, Bierwagen, Futterbuden, kilometerweise Kabel und Versorgungsleitungen. "Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team, als Helfer, aber auch mit den Profis, die die Unterhaltungstechnik aufbauen", sagt Timo Jäger, der zu den Wiesenfeten-Machern der ersten Generation gehört. Über 100 Leute umfasst das Team mittlerweile, und alle helfen sie ehrenamtlich, beim Aufbau, hinter dem Tresen, als Ordner, als Mädchen für alles, beim Aufräumen. "Viele nehmen sich dafür sogar Urlaub, weil es ihnen so viel Spaß macht, hier mitzumachen", sagt Jäger. Und das, ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen. "Das Geld, was die Party einbringt, verteilen wir nicht, sondern machen eine Helfer-Party, frühstücken mal gemeinsam, oder machen eine Busfahrt. Ein Teil des Geldes geht in eine Rücklage, die man einfach braucht, und den Rest, immer mehrere hundert Euro, spenden wir." Mal an die Kirche, mal an die Grundschule oder den Kindergarten, mal für ein Brunnenbauprojekt in Äthiopien. Eine gute Sache.

Viele viele Leute an diesem Abend, an dieser Nacht auf der Wiesenfete feiern, ist schwer zu sagen. Der Eintritt ist frei, niemand zählt am Eingang, und die Schätzungen schwanken, je nachdem, wen man fragt, zwischen zwei- und fünftausend Besuchern. Letzteres dürfte eher hinkommen. Also so viele Besucher, wie die Stadt Hitzacker Einwohner hat. Unvermeidbar, dass da auch mal etwas passiert. Und für diese Fälle, in denen was passiert, ist die Lüchow-Dannenberger DRK-Kreisbereitschaft da. Die 14 freiwilligen Helfer haben ein großes Zelt aufgebaut, ein Notarzt ist vor Ort, ein Rettungswagen steht bereit, falls ein Transport in Krankenhaus nötig ist. "In den meisten Fällen geht es aber schlicht darum, dass die Leute, um die wir und kümmern, einen über den Durst getrunken hatten", betont Tonka Müller, die Einsatzleiterin des DRK an diesem Abend. Andere vertreten sich den Fuß, fassen in Scherben, holen sich beim Tanzen blutige Nasen. "So gegen ein Uhr geht es meistens langsam los", weiß Müller. Erfahrungswerte. Auch die Feuerwehr ist vor Ort, ein Löschfahrzeug und einige freiwillige Feuerwehrleute aus der Gemeinde sind für den Fall in Bereitschaft, dass es brennen sollte, etwa auf dem neben dem Party-Areal liegenden Stoppelfeld. Zu tun bekommen sie in dieser Nacht nichts. Aber Vorsicht ist natürlich immer besser als Nachsicht. Gerade bei einer Veranstaltung mit einigen tausend Gästen.

Die feiern ihre Wiesenfete ausgelassen, die Tanzfläche ist durchgehend brechend voll, die Stimmung bestens. Auch dank DJ Freddy Fresh, der zu ersten Mal bei der Wiesenfete auflegt. Alles, von Schlager bis Techno, vom Rock-Oldie bis zum Hardstyle-Track. "Es soll für alle was dabei sein, und es ist für alle was dabei", sagt der Platten-Artist aus Lübeck. Die Leute danken es ihm, feiern, was das Zeug hält. "Das hier sind wirklich geile Leute", sagt Fresh, der zu den angesagtesten Party-DJs in ganz Norddeutschland gehört. "Man fühlt sich hier sofort willkommen, das habe ich so noch nicht erlebt." Tja, das ist eben die Wiesenfete. Willkommen in Lüchow-Dannenberg, Freddy.

"Geil, einfach nur total geil", sagt eine junge Besucherin darauf angesprochen, was ihr denn an der Wiesenfete so gut gefalle. "Alle sind hier, und wer nicht dabei ist, verpasst was. Das weiß jeder, und deswegen kommt jeder", sagt ihr Freund Hannes: "Ein Pflichttermin." Ein Pflichttermin mit einem riesigen Stammpublikum, einige davon haben die 60 längst hinter sich gelassen und fühlen sich genau so pudelwohl wie die jüngere Generation. Und alle freuen sich spätestens ab Sonntag schon wieder auf das erste Wochenende im August 2018. Dann ist in Quickborn wieder Wiesenfete. Dann gibt es wieder Party-Spaß in der Feldmark. Lüchow-Dannenberg live. Einfach klasse. rg

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