Online: 11.08.2017 - ePaper: 12.08.2017

35-Jähriger Unfallflüchtiger hat gestanden

Mietwagen-Unternehmen zum tödlichen Unfall in Dannenberg: "Haben nichts vertuscht"

ZoomAn der Unfallstelle haben Trauernde Kerzen und Blumen aufgestellt.

Dannenberg. Ein 35-jähriger Mann aus dem Lüchow-Dannenberger Kreisgebiet hat laut Polizei gestanden, in der Nacht auf den 30. Juli auf der Lüchower Straße in Dannenberg einen 64-Jährigen überrollt zu haben (EJZ berichtete). Der Mann war anschließend gestorben. Der Unfallfahrer hatte sich unerlaubt vom Unfallort entfernt, ohne sich um den Überrollten zu kümmern. Dabei hatte er, wie er laut Polizei gegenüber den Ermittlern zugab, den Vorfall durchaus wahrgenommen. Der Fahrer war in einem Mietwagen einer Lüchow-Dannenberger Personentransportfirma unterwegs. Er befand sich auf einer Dienstfahrt, hatte allerdings keinen Fahrgast an Bord, sondern saß allein in dem Mercedes-Benz. Besonders tragisch: Nach EJZ-Informationen kannten sich Unfallflüchtiger und Unfallopfer. Auch der verstorbene Mann arbeitete als Taxifahrer, allerdings bei einem anderen Unternehmen.

Die Polizei ermittelt wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und eines möglichen Tötungsdeliktes gegen den Mann. Vermutlich könnte die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der fahrlässigen Tötung erheben, je nach Bewertung kommen aber auch Straftatbestände wie fahrlässiger Totschlag in Betracht. Bereits Anfang der Woche hatten die Fahnder die E-Klasse nach einer Öffentlichkeitsfahndung und einem Hinweis identifiziert und für die weiteren Ermittlungen wichtige Spuren gesichert. "Die Ermittlungen, Befragungen und die Auswertung eines Sachverständigengutachtens zur möglichen Vermeidbarkeit des Verkehrsunfalls dauern an", betont Polizeisprecher Kai Richter. Nach Informationen der EJZ hatte die Polizei den Wagen bereits am Dienstag vergangener Woche kontrolliert, dabei aber nichts Verdächtiges festgestellt. Erst als der Wagen laut dem Mietwagenunternehmen wegen einer TÜV-Untersuchung in die Werkstatt kam, nahm die Sache Fahrt auf. Der Schaden sei äußerlich kaum erkennbar gewesen, heißt es von Polizeisprecher Kai Richter.

Die Mietwagenfirma als Halter des Fahrzeugs habe sich nach Bekanntwerden des Vorfalls kooperativ gezeigt, betont die Polizei. Auf Nachfrage der EJZ unterstreicht Richter, dass das Unternehmen nicht im direkten Fokus der Ermittlungen stehe. Natürlich prüfe die Polizei die Einhaltung zulässiger Lenkzeiten und Ähnliches. Von der Geschäftsführung des Unternehmens heißt es, man habe "bis Dienstagabend nichts mitbekommen". Der Betriebsleitung ist es besonders wichtig, Gerüchten entgegenzutreten, man habe die Sache vertuschen wollen. Der Fahrer sei nach dem Unfall und in den Tagen danach "total unauffällig" gewesen.

In den vergangenen Tagen hatten Polizeibeamte mehr als 100 Fahrzeuge der betreffenden Baureihe in der Region untersucht. In diesem Zusammenhang loben die Ermittler auch das verständnisvolle und kooperative Verhalten der betroffenen Fahrzeughalter, die manchmal trotz längerer Begutachtung der Fahrzeuge auch durch Mitnahme zur Polizeidienststelle die Maßnahmen unterstützt hätten. bp

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