Online: 26.03.2017 - ePaper: 27.03.2017

Spannung und Spaß waren Trumpfbei der 26. Sportlerwahl-Gala im Verdo

ZoomZum zweiten Mal hat die für den SV Rosche startende Läuferin Tanja Schulz (2. von links) aus Lüchow den Titel Sportlerin des Jahres gewonnen. Platz zwei belegte Taekwondo-Sportlerin Thi ToNga Vo (2. von rechts) vor Schießsportlerin Silke Meyer vom SV Göttien und bekam ebenfalls Glückwünsche und Blumen von EJZ-Geschäftsführer Dr. Hanno Saade überreicht.

Von Andreas Koopmann

Hitzacker. Da war Angelika Jakumeit baff. "Mir fehlen die Worte", erklärte die Trainerin der Fußball-Frauen der SV Lemgow/Dangenstorf am Freitag im Verdo in Hitzacker, nachdem bei der Sportlerwahl Lüchow-Dannenberg das Ergebnis zur Wahl der Erwachsenen-Mannschaft des Jahres bekannt gegeben worden war. Mit deutlichem Vorsprung hatte der Fußball-Bezirksligist das Rennen um den Titel gewonnen. "Als ich gehört habe, dass der Sieger über 700 Stimmen mehr hat als der Zweitplatzierte, hätte ich nie daran gedacht, dass wir das sind." Sie waren es aber. Mit 1762 Stimmen hatten die SVL-Frauen das Topergebnis der Sportlerwahl 2016 erzielt und die Handballmänner des MTV Dannenberg mit 1061 Stimmen als Vorjahressieger und die Handballfrauen der SG Südkreis auf die Plätze verwiesen. Erstmals in der 26-jährigen Historie der Sportlerwahl, die von der Elbe-Jeetzel-Zeitung, der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg und dem Kreissportbund organisiert wird, hat damit ein Frauen-Fußballteam den Mannschaftssieg eingefahren. Und das feierte die SVL schon beim Gang auf die Bühne im Verdo lautstark, ehe bis tief in die Nacht weiter gefeiert wurde.

Die Ehrung der Mannschaften war wieder einmal der emotionale Höhepunkt der Sportlerwahl-Gala, bei der in den Kategorien Mannschaft Erwachsene, Mannschaft Nachwuchs, Sportler, Sportlerinnen und Nachwuchssportler die Sieger bekannt gegeben wurden. Drei Stunden lang erlebten die über 250 geladenen Gäste im Saal eine bunte Mischung aus Show und Sport. Die Spannung kam dabei nicht zu kurz. Denn wie immer wurde erst nach und nach das Geheimnis gelüftet, wer denn nun wie viele Stimmen bei der Wahl bekommen und welchen Platz belegt hat. Aus den fünf Kategorien waren die jeweils besten Drei geladen, die in umgekehrter Reihenfolge dann erfuhren, wie sie abgeschnitten hatten. Überraschungen waren nicht selten, die Freude dafür stets groß - wie bei den Fußballfrauen der SVL.

"Ich bin stolz auf diese Mannschaft und unsere Leistung im vergangenen Jahr", erklärte Jakumeit im Sieger-Interview. Sie sei Trainerin "einer Super-Truppe", in der die Mischung aus "jungen Hüpfern und alten Hasen" stimme. Einen großen Anteil an den Erfolgen habe auch ihr Vorgänger Oliver Dost, von dem sie im Sommer das Traineramt übernommen hatte. Und der ließ die Gäste im Saal des Verdos bei der Siegerehrung mit dem Teamspruch wissen, warum die SVL 2016 so erfolgreich war: "Wie schaffen wir das?" fragte Dost laut, ehe das gesamte Team im Chor laut "gemeinsam" rief.

Mit Platz zwei zeigte sich der Vorjahressieger MTV Dannenberg ebenfalls zufrieden. Das sei ebenfalls Lohn für eine starke Saison, meinten die Landesliga-Handballer nach dem zweiten Treppchenplatz in Folge. Die Handballfrauen der SG Südkreis um Trainer Wolfgang Zugier veredelten mit Platz drei bei der Sportlerwahl ihre starke vergangene Saison, die mit dem Regionspokalsieg ihren sportlichen Höhepunkt erlebt hatte.

"Hier regiert die SVL" hatte es auch schon bei der Proklamation der Nachwuchsmannschaft des Jahres durch den Saal geschallt. Denn die mittlerweile bei den E-Junioren auflaufenden Fußballer der SG Lemgow/Woltersdorf hatten mit 1370 Stimmen ebenso Platz eins erzielt. "Wir haben schon ein tolles Jahr erlebt, und jetzt noch das", jubelte Alexander Haase-Mühlner vom Trainerteam der SGL, das vergangene Saison bei den F-Junioren den Tripel-Sieg eingefahren hatte. Er und Coach Danilo Kiebach hätten eine "komplette Truppe" beisammen, die auf allen Positionen gut besetzt sei. Das zeige auch, dass das Team in dieser Saison schon wieder einen Titel eingefahren hat und "jetzt locker schaue, was noch geht." Humorvoll stellte Haase-Mühlner auf der Bühne seine junge Mannschaft vor, in der es nur so von "Bombern, Abwehrrecken, Goalgettern und Kämpfern" wimmelt.

Mit Platz zwei bewiesen die Fußball-C-Mädchen des TuS Woltersdorf, dass sie nicht nur gut Fußball spielen, sondern auch viele Fans haben. Marina Geber, die nicht das erste Mal mit einem Woltersdorfer Mädchenteam bei einer Sportlerwahl-Gala war, durfte nach 1110 Stimmen mit ihrem Team damit einen weiteren verdienten Erfolg feiern. Die A-Mädchen der SG Südkreis machten es wie die Handballmänner des MTV Dannenberg und belegten als Vorjahressieger erneut einen Treppchenplatz. Mit 1074 Stimmen verpassten das meisterhaft spielende Team Rang zwei nur knapp.

Emotional war es bei der Ehrung der besten Nachwuchssportlerinnen und -sportler geworden. Die Top-Drei, die es zur Gala geschafft hatten, können alle gut werfen, hatte Moderator Jörg Wohlfeil den Gästen erklärt. Der ganz große Wurf gelang wieder Hammerwerferin Neele Koopmann. Die Sportlerin der SV Gartow stand zum vierten Mal in Folge bei einer Sportlerwahl-Gala auf dem Siegertreppchen und feierte zum zweiten Mal sogar den Sieg. Mit 1624 Stimmen hatte die Bocklebenerin, die im vergangenen Jahr Deutsche U16-Meisterin geworden ist, einen Riesenvorsprung auf die Konkurrenz. Ihr Trainer Siegfried von der Gablentz, der als Laudator Koopmann den Gästen vorstellte, schilderte eindrucksvoll den Weg der SVG-Sportlerin an die deutsche Spitze. Mit neun Metern im Schlagball hatte sie 2009 angefangen und sei dank ihres Trainingsfleißes, Durchsetzungswillens und Talents nun im Hammerwurf die Nummer eins ihres Jahrgangs in Deutschland. Koopmanns Ziel sei in diesem Jahr der Start bei der U18-WM in Nairobi. Von der Gablentz ist sich zudem sicher, dass sein Schützling in sieben Jahren bei Olympia dabei sein werde. Koopmann bedankte sich beim Sieger-Interview mit bewegter Stimme bei ihrem Trainer, ohne den sie nie diese Erfolge erreicht hätte.

Nachwuchs-Handballer Niklas Mellmann vom MTV Dannenberg hatte zuvor dank der 842 für ihn abgegebenen Stimmen den Pokal für Platz zwei erhalten. Der Torwart, der mit seinem Team erfolgreich in der Landesliga spielt, nebenbei auch noch beim HV Lüneburg in der Oberliga mitmischt und eine Einladung zum Landeskadertraining erhalten hat, freute sich dabei über Standing Ovations der MTV-Handballer. Das spannende Rennen um Platz drei im Nachwuchswettbewerb hatte Leichtathletik-Talent Leni Eva von der TSV Schnega gewonnen. Zwölf Stimmen trennten die Sportlerinnen auf den Plätzen drei bis sechs nur. Mit 529 Stimmen hatte Eva, die im vergangenen Jahr unter anderem den 41 Jahre alten Kreisrekord im Schlagballwurf geknackt hatte, knapp die Nase vorne und wurde Dritte.

Eine Dauerbrennerin bei Sportlerwahlen ist die Lüchowerin Tanja Schulz. Fünf Mal war die für den SV Rosche startende Läuferin nominiert, fünf Mal stand sie auf dem Treppchen. Am Freitag feierte sie nach 2012 mit diesmal 1624 Stimmen zum zweiten Mal den Sieg. Für ihre Trainingspartnerin Martina Boe-Lange, die übrigens vor Kurzem im Kreis Uelzen Sportlerin des Jahres wurde, ist das nicht überraschend und verdient. "Tanja hat Ehrgeiz und quält sich", verriet Boe-Lange bei der Laudatio, dass die Erfolge auch hart erarbeitet seien. Dabei sei Schulz aber, die vergangenes Jahr in der W50 DM-Siegerin über 5000 m wurde, immer eine angenehme Trainingspartnerin "und in der W50 eine der schnellsten Frauen Deutschlands".

Taekwondo-Sportlerin Thi ToNga Vo freute sich nach ihrer zweiten Nominierung bei einer Sportlerwahl über ihren ersten Treppchenplatz. Rang zwei für die Lüchowerin mit 1111 Stimmen sei verdient für Vo, die im Sport-Art als eine der besten Technikerinnen ihrer Sportart gilt. Schießsportlerin Silke Meyer vom SV Göttien belegte mit 895 Stimmen Rang drei. Die aus einer schießsportlichen Familie stammende Meyer - ihr Mann ist Vorsitzender des Kreisschützenverbandes - hatte damit gezeigt, dass auch Aktive aus kleinen Vereinen bei Sportlerwahlen Großes erreichen können. Das hatte sie auch bei Deutschen Meisterschaften mit dem Luftgewehr gezeigt, als sie unter anderem 100er-Serien hingelegt hatte - das heißt jeweils zehn Zehnen bei zehn Schuss.

Kleiner Brudernahm Pokal in Empfang

Tempo war das Motto der Top-Drei-Sportler. Dass er bei der Wahl zum Sportler des Jahres mit 1269 Stimmen sogar auf Platz eins vorgeprescht ist, damit hatte Handballer Phil Mertins vom MTV Dannenberg nicht gerechnet. Die Laudatoren Torsten Boithling, der Mertins im Nachwuchsbereich als Trainer lange ausgebildet hatte, und Jasper Boithling als sein Mitspieler beim MTV hoben in einer launigen Rede den Kampfgeist Boithlings hervor und vergaßen nicht zu erwähnen, dass sein Vater Holger Mertins auch ein guter Handballer ist. Phil sei trotz seiner erst 20 Jahre zudem schon ein abgebrühter 7-m-Werfer, ist stets einer der erfolgreichsten Torschützen seines Teams und sei trotzdem ein wahrer Teamplayer. Der Hitzackeraner Mertins schwärmte von seinem Sport, bei dem man sich nie ausruhen dürfe und gab preis, dass er mit seinem Team in der Landesliga Platz eins noch nicht aus den Augen verloren habe.

Viel Tempo zeigt stets auch Gabriel Plate, der mit 1002 Stimmen Rang zwei belegte. Der talentierte Sprinter des SC Lüchow war im vergangenen Jahr auf Strecken zwischen 100 und 800 m immer wieder weit vorne gelandet und hatte über 400 m unter anderem bei Norddeutschen Meisterschaften Platz sechs belegt. Seinen verdienten Pokal für 772 Stimmen und Platz drei konnte Motorradfahrer Ole Bartschat aus Müggenburg am Freitag nicht in Empfang nehmen, da er derzeit in Spanien auf Motorrädern Testfahrten bestreitet. Sein jüngerer Bruder Max vertrat Ole aber gut, der für das Lüchower Bike-Shop-Team im vergangenen Jahr eine Amateur-Rennserie gewonnen hatte.

Weitere Berichte von der Gala folgen.

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