Online: 04.01.2014 - ePaper: 00.00.0000

Betrifft: Meldung »Mann stirbt bei Polizeieinsatz» (EJZ vom 21. Dezember) »Mann stirbt bei Polizeieinsatz» lautete die Überschrift einer Meldung in der EJZ. Hatte er einen Herzinfarkt, oder wurde er überfahren, fragt sich der Leser.

Tödliche Schüsse bei SEK-Einsatz

Nein, der erste Satz gibt Aufschluss: Er wurde getötet. Der 29-Jährige, angeblich psychisch kranke Mann, von dem sich Angehörige bedroht fühlten, starb, als bei einem SEK-Einsatz zwei tödliche Schüsse fielen. Angeblich hatte er beim Eintreffen des SEKs ein Messer gezogen, sich dann in seiner Wohnung eingeschlossen.

Nun kann die Bedrohung eines Menschen, der sich mit einem (Küchen?-) Messer in seiner Wohnung eingeschlossen hat, ja nicht so unglaublich groß sein. Aber, Zitat des letzten Satzes der Pressemeldung: »Als Spezialisten später die Tür aufbrachen, attackierte er den Diensthund.»

Wenn man versucht, sich im Internet schlau zu machen, erfährt man, der Mann hieß Emrah K. und war Mitglied der türkisch-islamischen Gemeinde Holzminden. Der Hergang wird etwas präzisiert: »Das SEK brach die Tür auf und schickte den Hund in die Wohnung.» Ich vermute, der Hund ist fröhlich kläffend und schwanzwedelnd auf Emrah K. zugelaufen, als dieser ihn angriff und mit einem (oder mehreren) Messerstichen verletzte. Über das Weitere vermeldet die Staatsanwaltschaft Hildesheim nur: »Im weiteren Verlauf fielen dann die tödlichen Schüsse».

Merkwürdig, dass in unseren sonst so sensationsgeilen Publikationen die Überschrift nicht lautete: »SEK erschoss angreifenden Islamisten.» Immerhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein. Auf dessen Ausgang darf man gespannt warten.

In Holzminden wurde nicht gewartet. Am 28. Dezember zogen mehr als 1000 Menschen mit Plakaten wie »Die Würde des Menschen ist unantastbar» oder »Ich fühle mich in meinem Land nicht sicher» durch die Straßen der Stadt. Was kann man dem hinzufügen? Vielleicht: »Wer einen deutschen Diensthund angreift, wird erschossen?» Das sollten sich auch alle Demonstranten gut merken.

Helmut Koch, Karmitz

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