Online: 07.01.2014 - ePaper: 00.00.0000

Betrifft: Große Koalition Die Würfel sind gefallen, ein volles Haus und ein Krokod(ea)il ist aus der Wahlqual geschlüpft und schaut nun das Volk neugierig an. Es ist vollbracht, was habt ihr Wähler da nur gemacht? Das Heer der Worthülsenkrieger und ihre Bauern auf dem Schachbrett haben die Schachzüge nun genau festgelegt. Man liegt sich nun nach all den Schlachten versöhnlich in den Armen, alle haben auf Augenhöhe gleich verloren und sind fröhlich darüber, nun auch das Bäumchenwechseldichspiel hinter sich gebracht zu haben.

»Was habt ihr Wähler da nur gemacht?»

Die Nester der Ministerien haben wie immer einen Vogel, der nun aber anders piepen soll, ja, mit Gottes Hilfe.

So wie auch im Kanzleramt, wo ein neuer, feister Priester eingezogen ist, weil nur ein Versagen pro Fall erlaubt ist. Leider kann er nun seinem stets unerträglichen Ministergefasel mit all den vielen guten Vorsätzen keine Energie mehr geben.

Wie schade, alles lief doch zukunftsweisend so gut daneben. Auch dem alten Kriegsgott wurde die Kugel gegeben, er schwebt nun im inneren Raum, damit eine zielstrebige Drohne weiter den Weg zum obersten General verfolgen kann. Gerne hat sie ihr Amt voller Sorgen an eine Sängerin übergeben. Na, das wird etwas geben? Auf das Liedgut darf man gespannt sein.

Einem der besten Minister aus dem Land des brüllenden Löwen hat man die Autotüre vor der Nase zugeschlagen und ihn aus dem Verkehr gezogen, weil ein noch genialerer, irgendwie falsch beratener, komischer Brillenträger sich in seiner Genialität nun endlich auch mal ergießen möchte. Da gehört schon viel M(a)ut zu, das muss man schon sagen. Keine Angst, auch er hat Gottes Hilfe erbeten.

Unsere Gesundheit sollte auch nicht zu kurz kommen, meinte man (?), bei der neuen Pille, die man uns dort strikt verordnet hat. Ja, und die anderen, roten Gotteskrieger, die meinen, sich durch ein Supervotum gut verkauft zu haben, mühsam das Schachbrett erklommen und nun, freudig mit Tränen in den Augen, aufgeregt zwischen den schwarzen Wasserträgern und ihrer Königin herumlaufen, um Schach mitspielen zu dürfen. Es gibt ja so viele Möglichkeiten, Finten und listige Züge, hinter denen man sich ja auch notfalls verstecken kann, wenn das kleine Heer der Oppositions-Untergrundkämpfer, prozentual unterbesetzt, aufmucken wird.

Alle ganz wichtigen Themen unsere Zeit hat man ja vorsichtshalber schon gar nicht angesprochen, die werden noch gebraucht, um andere Versprechen, die man nicht einhalten kann, begründen zu können. Und letztlich ändert sich täglich die Welt und die Möglichkeit, sein Wort nicht zu halten. Das merkt man ja jetzt schon!

Ein frischer Wind wird über Deutschland, Europa und die Welt ziehen, über die Banken, den Euro, die Schulden und, und... Hoffentlich werden es keine Fallwinde im Hinblick auf all die Jammertäler unserer Zeit. Der Wahlkampf 2017 hat begonnen, das dürfen wir nicht vergessen, das sagt auch der neue Käpitän des gelben außerparlarmentarischen Schiffbrüchigen-Floßes. Gute Fahrt für alle, aufpassen und abwarten, wo die Reise hingeht?

Dieter Dauwald, Lüchow


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