Online: 15.01.2014 - ePaper: 00.00.0000

Betrifft: Gründer der Sommerlichen Musiktage Nach vielen Jahren war ich mal wieder in meiner alten Heimat, dem Kreis Lüchow-Dannenberg, und habe bei dieser Gelegenheit auch die Sommerlichen Musiktage besucht und genossen. Die Anfangsphase dieser inzwischen bundesweit bekannten und hoch geschätzten Festtage habe ich als Teenager - oft zu Besuch im Hause Döscher - eindrucksvoll miterlebt. Ich erinnere mich lebhaft an das unglaubliche Engagement und den unermüdlichen Einsatz von Hans Döscher, den Vater meiner Schulfreundin.

Gründer in Vergessenheit geraten?

Er hat sich mit all seiner Kraft, seinem Können und seiner künstlerischen Vision für diese Musiktage erfolgreich eingesetzt. Bald ein Vierteljahrhundert, nämlich von 1948 bis zu seinem Tod im Mai 1971, war Hans Döscher der künstlerische Leiter und die Seele der Sommerlichen Musiktage - länger als irgendeiner seiner Nachfolger.

Bei meinem Besuch war ich nun mehr als erstaunt, dass diesem Urheber der Musiktage, die der Stadt Hitzacker ein kulturelles Gesicht dauerhaft verliehen haben, in der kleinen Stadt kein Ort gewidmet worden ist. Das Thema der Musiktage 2013 war »Träume». Die hatte Hans Döscher 1946, und er hat sie unermüdlich traumhafte Realität werden lassen. Heute sind sie ein traumhafter Erfolg, und die kleine Stadt kann sich in ihrem Ruhm sonnen.

Ist über diese Erfolge der eigentliche Schöpfer der Sommerlichen Musiktage in Vergessenheit geraten? Passt es mit dem Credo von Kultur, Freude und Genuss zusammen, ihn in der Stadt unerwähnt zu lassen? Wäre es nicht ein gutes Zeichen der Würdigung und Dankbarkeit, diesem Mann, der mit seiner künstlerischen Arbeit Hitzacker bundesweit so viel Anerkennung und kulturelle Bedeutung verschafft hat, zum Beispiel eine Straße oder einen Platz zu benennen? Sein Name gehört untrennbar zu den Sommerlichen Musiktagen.

Susanne Mantell, Düsseldorf

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