Online: 05.02.2014 - ePaper: 00.00.0000

Betrifft: Kommentar »Der Zug nach Wolkenkuckucksheim» von Thomas Janssen (EJZ vom 4. Januar) So, so! Eine Bahnstrecke bis Gartow? Warum nicht gleich bis Schnackenburg und dann über die Elbe geführt mittels neuer Eisenbahnbrücke nach Lanz? Dort wird die neue Trasse auf die alte Trasse nach Wittenberge geführt. Nein, mal ehrlich: Diese Bahnträume zerplatzen wie eine Seifenblase.

»Bahnstrecke gehört stillgelegt»

Dieser Landkreis braucht keine wiederbelebten Bahntrassen. Laut LNVG in Hannover ist die Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg die schlechtfrequentiertste Bahnstrecke in Niedersachsen (200 Reisende am Tag). Das stimmt auch. Der Rest tummelt sich werktags auf der Bundesstraße 216 (4000 Pendler am Tag). Ein Zwei-Stunden-Takt rentiert sich nicht.

Es ist ja auch nicht mal sicher, ob die Verkehrsverbesserungen auf der Bahnstrecke durchgeführt werden. Seitens der LNVG besteht kein Bedarf, eine Umfrage in den hiesigen Zeitungen zu starten, um die Pendler nach deren Bedürfnissen zu fragen. Es ist seitens der LNVG also nicht gewollt, hier Geld zu verdienen. Würde man es schaffen, hier 1000 Pendler von der Straße auf die Schiene zum Umsteigen zu bewegen, dann würde man in Hannover merken, dass ein Triebwagen mit einem Zwei-Stunden-Takt nicht ausreicht. Die LNVG ist übrigens für den Fahrplan verantwortlich und nicht der jeweilige Betreiber auf dieser Strecke.

Da soll in Dannenberg der Bahnhofsvorplatz umgestaltet werden. Wozu? Das Bahnhofsgebäude wurde renoviert. Wo ist die irrtümlicherweise abgerissene Bahnsteigüberdachung von Gleis 1 geblieben? Warum wurde diese im Zuge der Renovierung nicht wieder aufgebaut? Trockenen Fußes vom Empfangsgebäude in den Zug zu kommen, wenigstens zu einer Tür des Triebwagens. Fehlanzeige!

Nein, diese Bahnstrecke gehört stillgelegt und abgerissen. Und dann? Dann baut man auf der zweigleisigen Trasse eine Bundesstraße 216n bis kurz vor den Toren Lüneburgs. So bekommt Dannenberg eine nördliche Umgehungsstraße und Hitzacker eine südliche Umgehung. Diese Bundesstraße dient dann ausschließlich den Pkw fahrenden Pendler. Für die Lkw bleibt die alte B 216. Sie dient dem hiesigen Warenaustausch und dem Lkw-Fernverkehr. Die Bahntrassen sind für den Güterverkehr nicht vonnöten. Lässt sich doch alles prima auf Lkw verladen. Holz, Stahl, Zuckerrüben, Kartoffeln, Dünger, Getreide und so weiter. Wozu Güterzüge? Braucht keiner! Oder zeigt auch nur ein Unternehmer Interesse daran, seine Waren per Güterzug zu transportieren? Fehlanzeige! Das Auto und der Lkw sind das A und O in diesem Kreis.

Upps! Wo bleibt der Castor-Umladekran? Ganz klar! Den versetzt man nach Lüneburg auf die brachliegenden Anlagen des dortigen Güterbahnhofs. Auch dieses Problem lässt sich so lösen. Und allen denen, die eine funktionierende Bahn sehen möchten, empfehle ich die zahlreichenden Modellbahnausstellungen. Da ist die Bahnwelt noch in Ordnung! P. S.: Dieser Text könnte Spuren von Ironie aufweisen!

Michael Zabel,

Schnackenburg


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