Online: 05.02.2014 - ePaper: 00.00.0000

Betrifft: Artikel »Umweltverbände streiten sich» (EJZ vom 27. Januar) Die EJZ zitiert den Spiegel, der berichtete, dass die Umwelt- und Naturschutzverbände uneins sind in der Frage, ob in die Endlager-Kommission zwei Vertreter entsendet werden soll. BUND und Greenpeace sprechen sich gegen eine Beteiligung aus, NABU und Deutsche Umwelthilfe seien für eine Entsendung eines Vertreters in die Kommission.

»Eile ist falsch»

Dies stimmt so nicht.

Der NABU tut sich zwar schwer damit, eine Gesprächsbereitschaft von vornhinein auszuschließen, sieht aber, dass das Gesetz große Lücken und Schlupflöcher beinhaltet und dass Gorleben nicht zu Beginn aus der Debatte herausgenommen wurde. Ein Festhalten an Gorleben ist geologisch und politisch nicht vertretbar. Trotzdem ist es natürlich auch wichtig für einen großen Meinungsträger der Naturschutzszene wie dem NABU, am Prozess beteiligt zu sein. Das wird intern diskutiert. Zurzeit sieht es aber so aus, dass der NABU sich BUND und Greenpeace anschließen wird.

Ich persönlich meine, man darf durchaus bei einem Problem, wie mit dem Atommüll verfahren werden soll und was Jahrtausende vorherrscht, kontroverser Ansicht sein und entsprechende Gespräche zwischen Umwelt- und Naturschutzverbänden führen. Denn was die Politik Jahrzehnte vergeigt hat, kann nicht, nur weil wir auf einmal als Feigenblatt gesucht werden, vergessen werden.

Vertrauen in einen Neuanfang der Endlagersuche setzt voraus, dass auch über die vielen versäumten Möglichkeiten und den fehlenden Willen der Politik diskutiert wird. Da ist Skepsis den Parteien gegenüber angesagt, und überstürzte Eile ist falsch.

Darum ist es richtig, erst mal nicht in die Kommission zu gehen. Wenn das Gesetz nachgebessert wird oder von der Politik die Kommission nicht mit Marionetten besetzt wird, kann eventuell anders entschieden werden.

Klaus Müller, Lanze,

NABU-Kreisgruppe

Lüchow-Dannenberg

und Mitglied der

Initiative »Schulterschluss»


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