Online: 18.02.2014 - ePaper: 18.02.2014

Betrifft: Kommentar „Die geballte Faust“ von Jens Feuerriegel (EJZ vom 8. Februar) 
 

„Ziemlich überzogen“

Inzwischen bin ich schon einiges gewohnt, wenn der Redakteur der EJZ, Jens Feuerriegel – nomen est omen: Feuer machen! Riegel vorschieben! – ein Thema aufgreift. Dann geht es schon mal heftig zur Sache. Mit klarer Sprache prangert er Missstände an und legt den Finger zielgenau in die Wunden. Meist ist das so, leider nicht immer.
Herr Feuerriegel hat meiner Meinung nach bei seinem Kommentar „Die geballte Faust“ ziemlich überzogen. In einer ungewohnt ruppigen Sprache („krallen“, „wuppen“, „Kundschaft“) schürt er eine unselige Neiddebatte. Wem ist damit geholfen, wenn behauptet  wird, dass „die da im Osten“ angeblich an allem schuld sind und nur das Geld der Wessis absahnen? Unbestritten muss die Politik endlich den Soli und dessen Verteilung neu überdenken. Das ist aber nun wirklich kein Grund, pauschalierend einzelne Kommunen runter zu machen. Wir sollten uns freuen, wenn es dem Altmarkkreis so gut geht, dass er es nicht nötig hat, 13 mehr oder weniger sinnvolle Radar-Blitzer  zu installieren, damit endlich ein bisschen Geld in die Kassen kommt.
Andererseits gäbe es sehr wohl Fragen zu klären, die viele Bürger/innen interessieren könnten. Beispiele: Wie kommt es, dass eine private Betreibergesellschaft in Dannenberg eine funkelnagelneue Klinik erstellt und scheinbar nach so kurzer Zeit bereits schon wieder mit Verkaufsabsichten von sich reden macht? Wie viele öffentlichen Gelder/Zuschüsse hat die Betreibergesellschaft beim Bau der Klinik erhalten, und was würde gegebenenfalls mit diesen Zuschüssen bei einem Verkauf passieren? Ach ja, und sicher wäre doch nicht uninteressant zu erfahren, wie viel Soli-Ost die Stadt Salzwedel im Vergleich zu zum Beispiel Lüchow in den vergangenen 25 Jahren bezahlt hat.
Das Gebot der Stunde kann und darf doch nur sein, dass wir uns immer mehr als Europäer verstehen und uns nicht rückwärtsgewandt auf kommunaler Ebene Knüppel zwischen die Beine werfen. 
Hans Hertel
Gartow

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