Online: 11.04.2014 - ePaper: 11.04.2014

"Völliger Realitätsverlust"

Betrifft: Artikel "Anbau an das Kreishaus" (EJZ vom 21. März)

Man kann es nur als völligen Realitätsverlust bezeichnen, was die Herren Schwedland (Samtgemeindebürgermeister von Lüchow) und Landrat Schulz wieder einmal aushecken. Nach hervorragenden Fehlinvestitionen in den vergangenen Jahren sollte man meinen, die Herren haben etwas dazugelernt. Stattdessen bereiten die beiden Herren jetzt den Super-GAU vor. Entweder ein Neubau des Rathauses oder einen neuen Anbau am Kreishaus, davon träumen die beiden. Und um die Bürger für vollkommen blöd zu verkaufen, wird behauptet, eine Renovierung oder Neubau des Rathauses kostet mindestens vier Millionen Euro. Ein neuer Anbau am Kreishaus wird da billiger.

Warum soll ein neuer Anbau (Neubau) am Kreishaus billiger sein? Ist es nicht so, dass der Bürger erst den Anbau bezahlt und anschließend die Stadt und damit der Bürger jeden Monat eine horrende monatliche Miete an den Landkreis überweisen muss? Und wo parken die Mitarbeiter der Stadt und Samtgemeinde dann eigentlich? Oder planen die beiden Herren am Gildehausparkplatz noch ein vierstöckiges Parkhaus für ein paar weitere schlappe Millionen aufzubauen? Man könnte denken, dass ein paar Menschen im früheren Mathematikunterricht öfter gefehlt haben. Oder die spielen Monopoly mit Steuergeldern.

Warum wird das Rathaus nicht einfach energetisch saniert? Zumal das Flachdach ja nun schon für über 100000 Euro erneuert worden ist. Jetzt noch Fenster und Fassade neu und fertig. Das kostet uns bei guter Vorbereitung und ordentlicher Ausschreibung einmalig maximal 500000 Euro. Selbst die Gerüstkosten werden eingespart. Das steht ja schon.

Der Ratskeller in der Stadtmitte wird oben - statt wie jetzt als Millionengrab Gastronomie - mit wenigen Mitteln zum Bürgerbüro mit Einwohnermeldeamt, Standesamt, Bürgerinformation, Touristeninformation, Ordnungsamt, Gewerbeamt genutzt, und in den vorhandenen Sälen werden die Ratssitzungen abgehalten. Es wurde doch immer bemängelt, dass keine ordentlichen großen Räume für die Sitzungen vorhanden sind. Da sind sie. Und der Keller im Ratskeller wird zu ortsüblichen Preisen gewinnbringend zum Beispiel zum Betrieb einer Eisdiele mit Café verpachtet. Das ist ein Konzept für die Zukunft, wo Geld gespart und nicht völlig unnötig verpulvert wird. So ganz nebenbei ist auch das Thema Wettbewerbsverzerrung mit dem Ratskeller erledigt, und das Ratskellergebäude fährt nicht weiter Millionenverluste an Steuergelder ein. Falls die Herren das nicht selber hinkriegen, bin ich gerne bereit zu helfen.

Peter Triebe, Lüchow

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