Online: 15.04.2014 - ePaper: 16.04.2014

Betrifft: Artikel „Thor muss draußen bleiben“ (EJZ vom 4. April)

Aufklärung tut Not

Das Verbot von Thor-Steinar-Kleidung ist mutig von der Schulleitung und eindeutig zu begrüßen. Alles andere wäre auch ein Witz für eine Schule, die sich gegen Rassismus ausspricht. Ganz egal, ob die Jugendlichen, die Kleidung aus dem rechtsradikalen Umfeld tragen, diesem zuzuordnen sind oder nicht. Wünschenswert – und aus meiner Sicht zwingend erforderlich – ist die Auseinandersetzung mit sämtlichen Schülern, und zwar im Unterricht. Es kann nicht angehen, dass heutzutage Jugendliche blind (oder blöd) sind, und sie nicht wissen, was sie tun. Aufklärung tut Not. Es muss ihnen klar sein, dass gerade an dieser Schule das Tragen rechtsradikaler Symbole nicht akzeptiert wird. Ganz egal, wie viel Geld sie für solche Kleidung aus dem Fenster geworfen haben. Auch müssen sie wissen, dass sie so mit ihrem Taschengeld Rechtsradikale unterstützen und ihnen das Überleben ermöglichen.
Die Sichtweise der zuständigen Ministerien ist wieder einmal zu kurz geraten. Sie sollten sich endlich eine passende Brille zulegen. Man könnte fast schon meinen, sie hätten kein funktionierendes rechtes Auge.
Meiner Meinung nach gehören Symbole rechtsradikaler Herkunft – und dazu zähle ich neben Thor-Steinar-Kleidung auch Musik-CDs, Schriften etc. – an sämtlichen Schulen verboten. Unser demokratischer Staat (um nicht zu sagen Rechtsstaat) muss sich viel intensiver mit dem braunen Gesocks auseinandersetzen. Gut könnte man das im Geschichtsunterricht abhandeln und zwar spätestens in der fünften Klasse. Die alten Griechen, Römer und Ägypter haben Zeit bis zur zehnten Klasse.
Ralf Mävers, Plate

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