Online: 25.04.2014 - ePaper: 25.04.2014

Substanz gefährdet

Betrifft: Lkw-Verkehr in Gartow

Als Bewohner des Fleckens Gartow (Kurort) habe ich vor längerer Zeit eine Unterschriftensammlung bezüglich des Lkw-Verkehrs durchgeführt. Es waren etwa 800 Bürger, die unterschrieben haben, dass der Lkw-Verkehr die Orte Gorleben, Gartow, Kapern mit reduzierter Geschwindigkeit, sprich 30 km/h, zu durchfahren hat, um die Bausubstanz der Häuser in diesen Orten zu schonen. Die Unterschriftenlisten sind laut Samtgemeinde-Bürgermeister Schröder nach Lüneburg gegangen, und: "Wenn die nichts machen, kann ich auch nichts machen", so Herr Schröder. Frau Dr. Laenge hat nun seit einiger Zeit wiederholt ähnliche Aktionen gestartet, letztlich mit rund 1800 Unterschriften, diese gingen bis zum Ministerium. Auch hier keine Reaktion.

Auf einer Parteiversammlung vor einigen Jahren in Dahlenburg habe ich diese Thematik laut und deutlich dem dortigen Parteivorstand der CDU dargelegt. Ich kam mir vor, als würden sie meine Sprache nicht verstehen. Auch hier keine Resonanz.

In Gartow, Raum Springstraße/Hauptstraße, haben vor längerer Zeit hydrogeologische Bohrungen stattgefunden. Der Untergrund auf diesem 300 m breiten Gebiet in Richtung Hauptstraße besteht laut Bohrungsergebnis entlang der Springstraße bis zu einer Tiefe von vier Meter aus Sand. Dann kommt eine etwa ein Meter dicke Schicht aus Ton mit darunterliegendem Kies in verschiedener Körnung. Das heißt, die Häuser und die Straße sind auf Sand gebaut. Das Problem in Gartow ist, dass während eines Großteils des Jahres der Grundwasserspiegel recht hoch ist und der Sand meist mit Wasser gesättigt ist. Das Wasser kann jedoch nicht nach unten weg wegen der vorhandenen Tonschicht; Wasser leitet siebenmal stärker als Luft.

Die Erschütterungen, wie sie durch die schweren Lkw hervorgerufen werden, zerstören die Bausubstanz der hier stehenden Häuser und gefährden hier das Leben jedes einzelnen Bürgers. Wasser-Sand verhält sich wie Pudding, und die permanenten Erschütterungen gehen bis weit unter den Häusern hindurch und verursachen entsprechende Schäden, wie Risse in den Wänden, Badezimmereinrichtungen und Fliesen. Die Auswirkung auf Gasheizungen und Schornsteine mag ich mir nicht vorstellen. Wenn die Lkw langsamer fahren würden, maximal 30 km/h, wäre schon ein Problem aus der Welt. Die Problematik der Abgase und des Lärms (auch nachts!) habe ich dabei noch gar nicht erwähnt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein gesunder Menschenverstand dies nicht nachvollziehen kann.

Wenn nun unsere geliebten Volksvertreter weiterhin ihrem Eidesversprechen nicht nachkommen, weiß ich nicht - und sicher meine betroffenen Mitbürger, etwa 3000 allein in Gartow und Umgebung ebenfalls nicht -, welche Partei ich in Zukunft wählen könnte. Ich hoffe und wünsche mir, dass sich jeder, der von obenstehender Problematik betroffen ist, in dieser Richtung Gedanken macht.

Fritz D. Eickmeyer, Gartow

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