Online: 18.07.2014 - ePaper: 19.07.2014

Viel Arbeit für Friedensdienst

Betrifft: Kommentar "Der friedfertige Waffenexporteur" von Christoph Steiner (EJZ vom 5. Juli)

Dankbar bin ich Christoph Steiner für seine Gedanken "Am Ende der Woche" und der EJZ für das "Wort der Woche" von Bundestagspräsident Norbert Lammers, "... dass militärische Maßnahmen kein geeignetes Mittel gewollter politischer Veränderungen sind".

Zu Steiner Artikel: Ja, es ist wirklich beschämend, dass Abgeordnete des Bundestages den Export von Rüstungsgütern genehmigen und dass so in vielen Ländern mit deutschen Waffen getötet wird, auch um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken. Zynisch ist die Begründung, dass durch Rüstungsexporte Arbeitsplätze erhalten werden. Es gäbe auch genügend Arbeit, die dem Leben dient.

Ähnlich klingt auch die Äußerung der Verteidigungsministerin (EJZ vom 3. Juli) im Zusammenhang mit der befürworteten Drohnenanschaffung: "Das Wichtigste ist der Mensch." Allerdings ist ihre Sicht auf deutsche Soldaten beschränkt, das Töten von Gegnern und Zivilisten klammert sie aus.

Ja, Deutschland hat eine Verantwortung, in der Welt Menschenrechte zu schützen und zu helfen, Konflikte zu bewältigen. Steiner nennt dazu geeignete Mittel. Hinzuweisen ist besonders auch auf den zivilen Friedensdienst, der bisher ein Schattendasein fristet. Der Verantwortliche für Friedensfragen in der EKD, Pastor Renke Brahms, fordert deshalb: "Wir müssen uns angesichts der Konflikte in vielen Regionen der Welt auch ein Heer von zivilen Akteuren in der Größe der Bundeswehr leisten." Eine verantwortliche und wirksame Politik würde so möglich.

Ewis Storck,

Belau

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