Online: 06.08.2014 - ePaper: 06.08.2014

Themen mit Leben gefüllt

Betrifft: Artikel "Clean und doch abhängig" und "Vier ,in the middle of nowhere'" (EJZ vom 28. Juni)

In jüngster Zeit musste ich ja mehrfach Artikel in der EJZ hart kritisieren. Umso erfreuter bin ich, dass ich in der Ausgabe vom 28. Juni gleich zwei Artikel sehr lobend hervorheben kann. Da ist zum einen der Artikel über die Drogenkarriere zweier Kinder einer Pädagogen-Familie, der aufzeigt, dass derlei Probleme nicht unbedingt an prekäre soziale Verhältnisse gebunden sind. Ferner ist zu erahnen, wie heftig solche Drogenerfahrungen eine Familie ins Wanken bringen können, wie aber doch gemeinsame Auswege zu finden sind. Bei dem Artikel hat mich auch der Aufbau überzeugt, da er versucht hat, durch konsequente Gliederung bei diesem komplexen Thema auf begrenztem Raum dem Leser eine Ahnung von der Gesamtproblematik zu verschaffen.

Der Artikel gleich auf der Nebenseite erzählt die Geschichte der Dorfgemeinschaft Tüschau, die sich an die Unterbringung einer Flüchtlingsfamilie herantastet. Da wird nicht nur eitel Sonnenschein verbreitet, sondern es werden auch die Probleme geschildert, die zwangsläufig auftreten müssen. Und gerade dadurch, dass diese Probleme im Vorfeld offen erörtert wurden, konnte diese Eingliederung offensichtlich gelingen. Der Artikel regt eindeutig andere Dorfgemeinschaften dazu an zu prüfen, ob so etwas nicht auch bei ihnen möglich ist.

Ich musste in diesem Zusammenhang übrigens an die frühen 1990er-Jahre denken, als sich im ganzen Landkreis Unterstützergruppen für bosnische Kriegsflüchtlinge gründeten. Jedenfalls hat es die EJZ mit diesen beiden Artikeln geschafft, gesellschaftlich hochaktuelle Themen auf die lokale Ebene so herunterzubrechen, dass sie für viele Leser mit Leben gefüllt werden. Das ist unter anderem die Aufgabe einer Lokalzeitung und deshalb bitte weiter so.

Wolfgang Eisenberg,

Bösen

^ Seitenanfang