Online: 06.08.2014 - ePaper: 06.08.2014

Schulkinder wären zu bedauern

Betrifft: 60 Jahre Grundschule Bergen (EJZ vom 22. Juli)

Es waren nur wenige Sätze, die Herr Liebhaber in seiner Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister der Samtgemeinde Lüchow zu den Kindern (!) und den Gästen des Festes sprach, aber es waren Sätze, die nur mit einer nicht eingestandenen Hilflosigkeit oder (das will ich nicht unterstellen) einer Hartherzigkeit erklärt werden können: " ... das ist der Lauf der Zeit, ... dem demografischen Wandel geschuldet."

Einem Außenstehenden (ich durfte zur Feier des Tages im Schulgarten einige physikalische Phänomene präsentieren) ist es schwer verständlich, warum eine neue, dorfferne Schule so groß gebaut wird, dass die Schließung zweier örtlicher Schulen kompensiert werden kann (Einheimische haben dafür Erklärungen, die ungute Gedanken hervorrufen).

Angesichts des Schulgebäudes in Bergen und erst recht angesichts des zauberhaft schönen Schulgartens könnte man die Kinder in Bergen nur bedauern, wenn sie sich in Zukunft nach Clenze fahren lassen müssen, um zu ihrer Schule zu gelangen. Zu bedauern wären sie auch dafür, von Leuten verwaltet zu werden, denen offenbar das Gespür dafür fehlt, welche Dinge für die heranwachsende Generation wirklich förderlich sind.

Dass die anstehenden Veränderungen für die Schulkinder in Bergen mit Argumenten der Effizienz begründet werden, zeugt von einem erschreckenden Unverständnis davon, wie die Zukunft und erst recht die Zukunft unserer Kinder gestaltet werden müsste. In Bergen sind die Voraussetzungen dafür gegeben. Man möge sich nur ins "Grüne Klassenzimmer" im Garten der Regenbogenschule begeben und sich mit klarem Kopf und weitem Herzen Gedanken machen. Dort kann zusammen mit dem eingespielten Team von Lehrkräften Zukunft gestaltet werden.

Dr. Erich Bäuerle,

Nahrendorf

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