Online: 08.08.2014 - ePaper: 08.08.2014

Auf andere Rücksicht nehmen

Betrifft: Artikel "Streit um eine Fahne" (EJZ vom 24. Juli)

Als ich den Artikel las, dachte ich: Wieso steht sowas in der Zeitung? Hat da Holger Fischer seinen Unmut an die EJZ getragen unter dem Motto "Das bring ich in die Zeitung"? Die Aufmachung erinnert mich an eine Boulevard-Zeitung. Da ist von "unverschämtem Verhalten" und einem "harten Ton" die Rede, und dass Herr Fischer alles "kleinbürgerlich doof" findet. Ich will nicht darüber streiten, wie eine Deutschlandfahne gemeint ist, dass ist ja Auslegungssache. Herr Fischer hätte ja auch zum Beispiel einen Fußball aufs Grab legen können. Ich denke, ein Friedhof ist ein öffentliches Gelände. Angehörige anderer Verstorbener kommen mit ihren Gedanken und Gefühlen an diesen Ort. Und wenn diese sich beeinträchtigt fühlen und dies äußern, muss die Verwaltung reagieren. Das hätte Herr Fischer umgekehrt auch erwartet. Da muss es nicht unbedingt einen genau passenden Paragrafen in der Friedhofsordnung geben, sondern die Rücksichtnahme aufeinander gebietet dies. Ich habe das Gefühl, hier wird eine persönliche subjektive Betroffenheit benutzt, um "die Kirche" schlecht zu machen. Für jemanden, der sich hat kirchlich trauen lassen und seine Kinder taufen lassen, finde ich es traurig, wegen einer Kritik seines Verhaltens die Kirche zu verlassen.

Karin Thiele, Zernien

^ Seitenanfang