Online: 25.08.2014 - ePaper: 25.08.2014

Menschenwürdeunteilbar

Betrifft: Leserbrief zum Ehrenhain in Gartow von Klaus Baade, Lüchow (EJZ vom 16. August)

Nur wer das christliche Kreuz in die Nähe des verbotenen Hakenkreuzes rückt, kann von einer "gewollten Dissonanz" sprechen, bei der "Einfügung von Ruhestätten polnischer und russischer Kriegsgefangener". SS und Wehrmacht waren Ins-trumente eines verbrecherischen Regimes beziehungsweise haben sich dazu machen lassen. Herr Hitler hatte sich in den Tagen dieser "letzten Kämpfe um Sein oder Nichtsein" schon tief enttäuscht von seinem Herrenvolk verabschiedet. Insofern verbietet es sich auch, von einem Ehrenhain zu sprechen. An verbrecherischen Angriffskriegen ist nichts Ehrenhaftes.

Wer Sympathie für derlei Gedanken hegt, kann sich zurzeit dem IS im Irak anschließen, der ebenfalls vorgibt, Menschen fundamental auf einen höheren Auftrag hin zu trennen.

Als Zeichen einer unteilbaren Menschenwürde gebietet es sich, polnische, russische und deutsche Kriegstote an einer Gedenkstätte beizusetzen. Ein Kreuz, das das klar zum Ausdruck bringt, könnte wirklich die "Seele des Ganzen" sein.

Bis dahin ist denen zu danken, die ein unklares Kreuz entfernten.

Elke Schrage, Braunschweig

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