Online: 02.09.2014 - ePaper: 02.09.2014

Mit eigener Kraft in die Schule bewegen

Betrifft: Artikel "Verkehrswacht: ,Ich trag' Helm'" (EJZ vom 29. August)

Zuerst: Es spricht für die Verkehrswacht, dass sie an Rücksichtnahme auf Kinder und Jugendliche auf dem Fahrrad - gerade zum Schulbeginn - appelliert. Aber lässt man den Artikel Revue passieren, so kommt man unweigerlich zu der Überzeugung: Dieser Artikel wurde durch die sogenannte "Autobrille" erstellt.

Keine Schelte für die Autofahrer, die oft zu schnell durch die Stadt "gleiten"; keinen Aufruf an die Mutti-Taxis, doch bitteschön ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule zu begleiten (und den gefahrlosen Schulweg bereits vor Beginn der Schule einzuüben), und bitte nicht die Einfahrt durch den Schulbus mit ihren Autos zu behindern und so weiter.

Die Tempo-30-Zone um die Schulen wurde ja schon in der Regel realisiert, hier fehlt nur die Kontrolle, ob sie auch eingehalten wird, und wir warten noch immer auf die Einführung der generellen Regelgeschwindigkeit von 30 km/h in den Städten.

Die Versicherungspflicht ist im Übrigen in dem Artikel falsch dargestellt worden: Auf dem gesamten Schulweg sind die Kinder durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert, egal wie die Kinder zur Schule kommen. Die Eltern haben die Aufsichtspflicht. Sie entscheiden in Abhängigkeit von der Entwicklung ihres Kindes und der Verkehrssituation, ob und wann ihre Kinder allein zur Schule fahren können. Darum ist es wichtig, oft gemeinsam Rad zu fahren, das heißt, den Schulweg einzuüben. Gegen Unfälle sind alle Schülerinnen und Schüler in der gesetzlichen Schülerunfallversicherung versichert.

Welches Feedback erhalten wir, das heißt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), des Öfteren von Schülerinnen und Schülern: Ich radle gern, ich werde munter, ich treffe Freunde, ich bin selbstständig unterwegs, ich übe, mich im Verkehr zu Recht zu finden, Bewegung tut gut! Es ist auch gut für das Klima.

Also lasst den lackierten Kampfhund (= Auto) in der Garage stehen und bewegt euch mit eigener Kraft in die Schule!

Holger Burmeister, Hitzacker

^ Seitenanfang