Online: 02.09.2014 - ePaper: 03.09.2014

Begriffsverwirrung

Betrifft: Leserbrief "Menschenwürde unteilbar" von Elke Schrage, Braunschweig (EJZ vom 26. August)

Die Zuschrift von Frau Schrage ist ein weiteres Beispiel dafür, wie gegenwärtig die Themen durcheinander geworfen werden und eine Begriffsverwirrung absichtsvoll erzeugt wird. Die "Unteilbarkeit der Menschenwürde" steht überhaupt nicht zur Diskussion. Sie wird nicht im Geringsten angetastet, wenn eine Erinnerungsstätte, die für deutsche Soldaten geschaffen wurde, auch diesem Zweck vorbehalten bleibt.

Auf israelischen Friedhöfen werden zum Beispiel auch keine christlichen Gräber geduldet. Auf amerikanischen oder russischen Kriegergedenkstätten würde man die Einbeziehung von Grabstätten deutscher Kriegsgefangener entrüstet zurückweisen. Nicht im Entferntesten würden die Russen oder Amerikaner dabei von einer Anwandlung, wie die der Frau Schrage, hiermit die Menschenwürde anderer zu verletzen, heimgesucht. Diesen Gedanken hielte man mit Recht für absurd.

Argumente, wie die der Frau Schrage, sind, um mit Bismarck zu sprechen, eine politische Krankheitsform, deren geografische Verbreitung sich leider auf Deutschland beschränkt.

Horst Görmann,

Dannenberg

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