Online: 03.09.2014 - ePaper: 03.09.2014

Unmoralischer Export

Betrifft: Artikel "Die entrüstete Rüstung" (EJZ, 20. August)

"Mit dem Tod dürfen keine Geschäfte gemacht werden", so Gabriel. Ihm sei Dank, und hoffentlich setzt er das durch. Denn nicht alle Regierungsmitglieder teilen seine Ansicht, Rüstungsexporte restriktiver zu genehmigen. Offenbar ist ein gutes Verhältnis zur Rüstungsindustrie manchen Politikern wichtiger, vielleicht auch, weil sie von dort hohe Spenden erhalten. Im Grunde wissen sie aber auch, dass es unmoralisch ist, Waffen zu exportieren. Daran ändert sich auch nichts im Fall der Kurden, denen bei der Bewältigung ihrer Flüchtlingsprobleme geholfen werden sollte, anstatt die Gelegenheit zum Tabubruch bei Lieferungen von Waffen in Krisengebiete zu nutzen, deren Verbleib und Einsatz nicht zu kontrollieren sind. Von Gabriel erfahren wir auch, dass das Arbeitsplatzargument der Rüstungsindustrie nicht greift, denn sie kann sich für zivile Forschung und Entwicklung zu nutzende Produkte umstellen. Sie braucht aber klare Vorgaben, um vom bequemeren Weg des Gewohnten abzugehen.

Hoffentlich engagieren sich immer mehr Bürger dafür, anstatt auf Rüstung und Militar zu setzen, verstärkt Mittel für gewaltfreie Konfliktbearbeitung und friedensfördernde Entwicklung bereitzustellen. Entwicklungsminister Gerd Müller weist darauf hin, dass wir in der Welt 13-mal so hohe Militärausgaben haben, wie wir für Entwicklung und Frieden investieren.

Ewis Storck, Belau

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