Online: 15.09.2014 - ePaper: 15.09.2014

Atom-Gegner sollen Besucher berieseln

Betrifft: Artikel "Rückkehr zur grünen Wiese?" (EJZ vom 11. September)

MdL Oesterhelweg braucht nur einen Schritt vor die eigene Haustür zu wagen, in seinem Wahlkreis, einen Katzensprung von der Asse entfernt, um die "Option Salz" doch tatsächlich während des Absaufens des Atommüll-Endlagers Asse in einem Salzbergwerk mal in Frage zu stellen. Dazu hätte er gar nicht nach Gorleben reisen müssen. Und wenn er schon mal da war, hätte er gleich erfahrene, kompetente Bergleute mitnehmen könne. Die haben ja in Gorleben bekanntlich nun nicht mehr so viel zu tun. Aber bei der Asse, da brennt die Luft oder eher schwappt die Soße. Der Laugenpegel ist nur noch fünf Zentimeter vom Atommüll entfernt (Robin Wood berichtete). Dort werden jetzt Fachleute gebraucht!

Und dann noch ein Wort zu den Besucherführungen: Wer einmal eine Führung dort mitgemacht hat, weiß, wie einseitig die Informationen und Affirmationen dort gehalten werden. Wenn schon Offenhaltung, dann doch bitte mit drei Vollzeitbeschäftigten aus dem Anti-Atom-Widerstand, die nach neusten Stand von Wissenschaft und Technik die Besucher berieseln. Wir haben in Deutschland doch den beschlossenen Atomausstieg?! Dazu gibt es eine Eigenleistung der Anti-Atom-Bewegung, den Atommüllreport. Er listet auf, wo welcher Atommüll zurzeit in der Bundesrepublik gelagert wird. Das fördert die gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit Atommüll!

Wir werden erst Entwarnung geben, wenn das Ding verfüllt ist. Dass ein Untertagelabor niemals in Frage kommt, brauchen wir nicht zu diskutieren, Atommüll in den Salzstock durch die Hintertür? Vielleicht gibt es kluge Leute, die doch noch Angst vor dem Aufstandspotenzial rund um Gorleben haben. Zu Recht!

Kerstin Rudek, Pretzetze

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