Online: 24.09.2014 - ePaper: 24.09.2014

Strecke gleicht einer grünen Hölle

Betrifft: Artikel "Debüt auf hiesigem Gleis" (EJZ vom 12. September)

Wer hat da bloß sich über die neuen Fahrzeuge informiert? Es sollen Triebwagen vom Typ Coradia Lint 54 der Baureihe 622 ab Dezember 2014 verkehren und nicht wie der in der EJZ beschriebene Coradia Lint 41 der Baureihe 648. Dieser verkehrt auf den Strecken von Hannover über Soltau nach Buchholz/Nordheide und von Uelzen über Soltau nach Hannover. Der Coradia Lint 54 ist für die Neuausschreibung der Strecke Dannenberg-Lüneburg beschafft worden in einer Stückzahl von 28 Fahrzeugen. Dieses Fahrzeug will man sich am 5. Oktober gleich einmal ruinieren, bevor es den Plandienst aufnimmt?

Die Strecke Dannenberg-Lüchow gleicht einer grünen Hölle. Äste, die ins Profil ragen und die Seitenwände und Scheiben des Triebwagens zerkratzen, Gräser und Sträucher, die am Unterboden des neuen Fahrzeugs schleifen und sich daran festsetzen oder Leitungen abreißen. Prima! Wie sieht es aus mit den nötigen Kilometersteinen im Abstand von 200 Metern entlang der Strecke, um als Triebfahrzeugführer eine präzise Standortmeldung in einem Notfall abzugeben? Die fehlen ja wohl noch immer.

Wer lässt die Sonderfahrten dort eigentlich zu? Das hatte einst ein Triebfahrzeugführer, der dort gefahren ist, schon vor langer Zeit angemahnt. Sichtdreiecke wie an der B248 sind auf minimalste Weise geschnitten. Schwupps steht ein Zug vorm Bahnübergang, kommend aus einer Reihe von Kiefern. Hat der zuständige Eisenbahnbetriebsleiter mal alte Fotos vom freigeschnittenen Bahnübergang aus Bundesbahnzeiten gesehen? So hat das Sichtdreieck auszusehen! Und überhaupt: Nicht ein Bahnübergang mit der alten Sicherung funktioniert. Was passiert eigentlich mit den jährlichen Zuschüssen zur Unterhaltung der Bahnübergänge an den Bundesstraßen? Der Landrat sollte das mal klären und auch mal den Bürgern erklären, wie die jährlichen Zuschüsse an den HVV bezahlt werden - bei der Finanzlage des Kreises. Oder werden deswegen Buslinien im Kreis gestrichen, um sich einen lächerlichen Drei-Stunden-Takt nach Lüneburg zu leisten?

Michael Zabel,

Schnackenburg

^ Seitenanfang