Online: 07.10.2014 - ePaper: 07.10.2014

DAN-App: Viel Geld verbrannt

Betrifft: Dannenberg-App für Smartphones

Es ist wieder einmal soweit: Der Verbund SG Elbtalaue/Marketing und sein Ableger ALMA haben mit dem ihm eigenen Getöse eine Dannenberg-App für Smartphones präsentiert. Dieses Projekt hat mal eben 25000 Euro gekostet, Insider sprechen gar von mehr, zudem wurde eigens für diese App eine Personalstelle geschaffen. Wohl dem, der mit Steuergeldern so spendabel umgehen kann.

Übrigens, wer es jahrelang nicht fertig gebracht hat, für Dannenberg und Hitzacker attraktive Internetseiten zu befördern, der ist auch weniger geeignet, dem Anspruch einer App gerecht zu werden. Zweifel sind angebracht auch ob der wenig sinnhaften Projekte aus der Vergangenheit, wie das abseits vom Fußgängerstrom gelegene Büro "Dannenberg in Altona". Viel Geld wird eben dort verbrannt, geliefert wird kaum Nachhaltiges, bombastisch lediglich die propagandistischen Erfolgsbeschreibungen, Übertreibungen oder schon Lügen?

Man bezeichnet diese DAN-App als einzigartig, dies mag sein, denn andere Kommunen dürften mit analytischem Sachverstand zu dem besseren Ergebnis gekommen sein, einen solchen Weg nicht zu beschreiten. Der Winzling Elbtalaue dagegen erhebt den Anspruch, dem Internet-Handel Paroli bieten zu können und kann doch nur Spott ernten. Nein, der Internet-Handel ist nicht mehr wegzudenken, alle namhaften Hersteller und der Handel sind im Internet auch im Verkauf präsent.

Natürlich hat dies für den Einzelhandel prekäre Konsequenzen, unmoralisch zudem, im kleinen Laden sich beraten zu lassen, gar anzuprobieren und dann doch im World-Wide-Web zu bestellen. Wahr ist aber auch, dass vor allem Aldi, Lidl & Co. mit ihren Sonderaktionen auf allen Feldern massiv Kaufkraft aufsaugen, hier liegt wohl eher die tatsächliche Bedrohung der kleinen Geschäfte.

Brauchen Dannenberg und Hitzacker nun diese App? Nein! Sie ist ein Abbild von Branchen- und Telefonbuch, genauso lieblos und nüchtern zusammengestellt. Handwerklich zudem unzureichend gestaltet wegen nicht vorhandener Verknüpfungen. Auch die Mär von einer neuen Plattform für Sonderangebote kann nicht greifen, ein inhaberbetriebenes Geschäft ist gar nicht in der Lage, einen Artikel zigfach vorrätig zu halten, wie Wettbewerbsvorschriften es verlangen.

Die Einwohner kennen durchweg ihre Geschäfte und ihre Gastronomie, mit dieser App werden lediglich Eulen nach Athen getragen. Zeitung und Internet sind die umfassenden Informationsquellen. Fraglich ist zudem, wie weit verbreitet Smartphones in der Zielgruppe der anvisierten Käufer überhaupt sind.

Und wer ein Smartphone besitzt, ist dieser auch bereit, diese überflüssige App zu installieren? Ich kann nur davon abraten, es handelt sich um eine schmutzige App, denn der Betreiber erhält durch die Installation völlig unnötig den Zugriff auf faktisch alle Daten des Smartphones, dem Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet, das Trojanische Pferd lässt grüßen.

Manfred Stahnke,

Hitzacker

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