Online: 17.10.2014 - ePaper: 17.10.2014

Radfahren ja - aber bitte sicher

Betrifft: Leserbrief "Radfahren: Wahrnehmen mit allen Sinnen" von Hermann Klepper, Banzau (EJZ vom 19. September)

Dem Leserbrief kann ich in seiner Darstellung der Naturerlebnisse beim Radfahren inhaltlich voll zustimmen. Auch die positiven Darstellungen habe ich als jugendlicher Radfahrer selbst erfahren. Wie wohltuend war es im Winter, wenn man durchgefroren und klappernd nach Hause kam und sich am warmen Herd aufwärmen durfte. Zu bedauern sind Leute, die diese Erfahrung nicht gemacht haben.

Dies sind überaus positive Eindrücke, aber sie liegen bei mir schon 50 Jahre zurück. Zwischenzeitlich hat sich auch vieles geändert. Leider hat Hermann Klepper in seinem Leserbrief die Sicherheit für die Radfahrer nicht berücksichtigt. Der Verkehr auf unseren Straßen hat stark zugenommen, und man kann nicht immer von einem sicheren Schulweg ausgehen. Bevor wir unsere Kinder mit dem Rad losschicken, sollten wir uns über die Sicherheit des Schulweges im Klaren sein. Die Instandsetzung der zum Teil desolaten Radwege wird dem Vernehmen nach jetzt in Angriff genommen.

Aber es gibt auch Regionen ohne einen Radweg zur Schule. Beispielsweise wird es für die Lichtenberger Kinder, die bisher nach Schweskau zur Schule gegangen sind und nun die Grundschule in Woltersdorf besuchen sollen, recht schwer, mit dem Rad zur Schule zu fahren. Woltersdorf ist ab 2015/16 neuer Schulstandort für Lichtenberg. Es fehlt aber der sichere Schulweg - von einem Radweg ganz zu schweigen. Wie sollen die Kinder aber mit dem Rad zur Schule nach Woltersdorf kommen? Der vom Verkehrsausschuss empfohlene Umweg über Wirtschaftswege, die sich in desolatem Zustand befinden, ist weder Erwachsenen noch Kindern zuzumuten. Auf der Kreisstraße zwischen Woltersdorf und Lichtenberg hat der Verkehr derart zugenommen, dass es für Radfahrer lebensgefährlich ist, dort zu fahren. Das Radfahren ist sicher zu befürworten, und auch der angedachte Fahrradtag findet meine Unterstützung. Voraussetzung ist jedoch, dass alle positiven Darstellungen, die mit dem Radfahren verbunden sind, nicht mit neuen Gefahren für Leib und Leben bezahlt werden müssen. Was nützt es dem fröhlichen Radfahrer, wenn er das muntere Gezwitscher der Vögel schwer verletzt im Straßengraben hört?

↔Hans-Günther Jürgens,

↔Lichtenberg

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