Online: 17.10.2014 - ePaper: 17.10.2014

Lüchow nicht im Schwarzbuch

Betrifft: Artikel "Bund der Steuerzahler prangert an" (EJZ vom 8. Oktober)

Traurig ist es. Die Stadt Lüchow hat es dieses Jahr wieder mal nicht in das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler geschafft. Trotz aller Ideen unserer Stadtführung ist es wieder nicht gelungen, in diesem Buch erwähnt zu werden. Berlin, Hamburg und sogar Uelzen haben es geschafft. Nur Lüchow nicht.

Dabei hat die Verwaltungsführung doch alles Erdenkliche versucht. Ein privates "Museum" für eine Musikgruppe durchgeknallter Engländer wurde aus dem Stadtsäckel großzügig beschenkt, im Lüchower Ratskeller versenkt man Millionen, für das Haus der Gilde wurden Pächter ohne Geld gesucht und tatsächlich auch gefunden, zusätzlich wurden noch tausende Euro in das Gildehaus gesteckt, und vieles mehr hat man unternommen. Es nutzte nichts. Allen intensiven Bemühungen zum Trotz reichte es wieder einmal nicht, um in dieses so begehrte schwarze Buch zu kommen.

Das ist besonders vor dem Hintergrund der Tourismusförderung für Lüchow sehr ärgerlich. Schließlich werden dieses Buch und die Veröffentlichungen ja von Millionen Menschen gelesen, welche dann diese von unserer Verwaltungsführung geschaffenen "besonderen Sehenswürdigkeiten" bestaunen würden. Das hat schon beim Limburger Bischofssitz geklappt. Da kommen sogar Touristen aus Japan.

Jetzt aber ist man im Stadtrat frohen Mutes, es für das nächste Jahr doch noch zu schaffen. Mit dem Amtsgarten und dem für 500000 Euro eingesäten Rasen soll es jetzt klappen. Bewegungslose Kräne und Lastenaufzüge zur Tagesmiete, gut honorierte Gutachten für irgendwann mal aufzuhängende Bilder und eine Dachsanierung, für deren Geld sich ein junger Dachdeckermeister mit samt seiner Familie gleich mal für den Rest seines Lebens zur Ruhe setzen könnte, sind eine hervorragende Basis, damit es im nächsten Jahr nun wirklich mit dem schwarzen Büchlein klappt. Sollten die "völlig unerwarteten Mehrkosten" im Amtsgarten noch nicht ausreichen, besteht ja noch die Möglichkeit, wie bei der erneuten Ratskeller-Eröffnung von Lüchower Stadtrats-Mitgliedern vorgeschlagen, in Bosnien-Herzegowina zu investieren. Immerhin liegt dieses Land ja in der GCR (Rangliste der Volkswirtschaften) auf "Platz 88". Uelzen hat es schließlich auch mit "hervorragenden" Investitionen in der Ukraine, die in der GCR viel weiter vorne liegt, ins schwarze Buch geschafft.

Peter Triebe, Lüchow

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