Online: 22.10.2014 - ePaper: 22.10.2014

Mit dem Fahrrad zur Schule:Viel Initiative notwendig

Betrifft: Leserbrief "Radfahren ja - aber bitte sicher" von Hans-Günther Jürgens, Lichtenberg (EJZ vom 18. Oktober 2014)

Herr Jürgens fordert mit Recht Sicherheit für Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren. Wenn junge Menschen zur Schule fahren, muss für sie auf dem Weg zur Schule eine größtmögliche Sicherheit gewährleistet sein. Zu dem Punkt Sicherheit und Radfahren möchte ich Folgendes sagen: Der Bau von Fahrradwegen oder abgetrennten Fahrradstreifen auf Straßen als Voraussetzung für einen sicheren Schulweg fallen so schnell nicht vom Himmel. Politik und Verwaltung sind zuständig, doch es ist notwendig, dass die Menschen, denen es wichtig ist, dass Kinder mit dem Rad zur Schule fahren, selbstverantwortlich aktiv werden, sich zu einer Initiative zusammenschließen, mit Schulen zusammenarbeiten, ihre Forderungen den zuständigen politischen Gremien und Verwaltungen klar mitteilen, und zwar immer wieder.

Und warum nicht einfach mit dem Radfahren zur Schule beginnen? Natürlich dort, wo es zu verantworten ist, zunächst mit schützender Begleitung Erwachsener, ganz wichtig mit Warnweste und Helm, den Kindern den Weg vertraut machen, auf Gefahrenpunkte hinweisen oder Verhaltensweisen in einer Gruppe einüben. Entsprechendes haben Lehrer und Lehrerinnen der Grundschule in Gartow vorbildlich durchgeführt, indem sie von den umliegenden Dörfern den Schulweg nach Gartow mit den Kindern eingeübt haben. Es wäre auch eine Botschaft an Politik und Verwaltung mit dem Inhalt: Seht her, es gibt viele Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren wollen und für deren Sicherheit etwas gemacht werden muss.

Wir brauchen nicht nur die Sanierung von Fahrradwegen. Wir brauchen den Bau neuer Fahrradwege, vor allem als Anschlussverbindungen zu schon vorhandenen Radwegen, zum Beispiel an den Strecken Bergen-Jiggel und Spithal-Kassau, auch vor dem Hintergrund, dass mit dem geplanten Schließen der Schulen Bergen und Schnega Kinder einen durchgehenden Fahrradweg nach Clenze nutzen könnten. Auch wenn diese Straßen ebenso wie die Straße Lichtenberg-Woltersdorf Landesstraßen sind und damit als Baulastträger das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg zuständig ist, ist es aus meiner Sicht notwendig, dass unter anderem Vertreterinnen und Vertreter aus Elterninitiativen von betroffenen Gemeinden und Schulen ihr Anliegen in Lüneburg vorbringen sowie Unterstützung von der Kreisverwaltung und Kreispolitik einfordern.

In Clenze selber sowie von Clenze in Richtung Lüchow wäre es sinnvoll, die Straßen mit markierten Fahrradstreifen zu versehen, wie es sehr schön in Schnega oder auf der B 71 in Bergen geschehen ist. Politik und Verwaltung haben die Verantwortung und sind gefordert, doch es braucht engagierte Bürger und Bürgerinnen, die selbstverantwortlich aktiv werden. Den Radweg Künsche-Lüchow gäbe es heute nicht, wenn sich nicht Bürger und Bürgerinnen mit viel Engagement und langem Atem für den Bau eingesetzt hätten.

Hermann Klepper, Banzau

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