Online: 24.10.2014 - ePaper: 23.10.2014

Viel Arbeit und Kreativität

Betrifft: Tierhilfe Wendland in Metzingen

Man kann sich nur wundern über die amtlichen Ermittlungen im Landkreis. Es wäre doch mal etwas anderes, wenn auch von amtlicher Seite die Einsicht käme, dass auch die Tierhilfe einen Finanzierungsanschub in Höhe von 100000 Euro gut gebrauchen könnte. Das Tierheim in Lüneburg besteht seit mehr als 40 Jahren; der Verein Tierhilfe Wendland erst seit zehn Jahren! Es ist sehr einfach und leicht, auf Platzmangel hinzuweisen, aber dann nichts für eine Verbesserung zu tun und - äußerst tierfreundlich - einen Aufnahmestopp zu verfügen nach einer anonymen Anzeige wegen "Tierquälerei''-Katzen - in geräumigen Käfigen in der Quarantäne-Station. Ein Aufnahmestopp wäre überflüssig, wenn bald die geplanten Ausbauten begonnen werden könnten. Nur ohne Geld geht es nicht weiter.

Natürlich wäre es toll, wenn auch einige bezahlte Mitarbeiter verpflichtet werden könnten. Nur das Zauberwort lautet "bezahlte''. Es ist ein täglicher Balanceakt, das Geld für Futter, Streu, Putzmittel und Löhne für geringfügige Beschäftigte bereitzustellen. Der Hinweis, die Tierhilfe vermittelt keine Katzen, ist lächerlich. Wir vermitteln sogar sehr gerne Katzen! Aber wenn man ein Tier wochenlang aufgepäppelt hat, möchte man auch, dass es eine gute, dauerhafte Bleibe bekommt!

Wir sind froh und dankbar über die ehrenamtlichen Helfer. Nur es gibt sehr viele Auflagen in punkto ‚'Hygiene''. Es ist also keine Bosheit, wenn pingelig auf deren Einhaltung geachtet wird. Wenn man täglich dasselbe predigt, wird hin und wieder der Ton auch mal etwas lauter und schärfer, denn bei Beanstandungen müssen nicht die Mitarbeiter den Kopf hinhalten, sondern Frau Konopatsch.

Die Hartnäckigkeit, mit der Frau Konopatsch die ganzen sechs Jahre die gesamte Verantwortung übernommen hat, rührt daher, dass niemand es sonst machen wollte. Sie hat sehr oft um wirkliche Unterstützung gebeten. Nur die Gebete waren wohl nicht laut genug. Mit 100-prozentiger Sicherheit steht fest: Ohne Frau Konopatsch gäbe es heute keine Tierhilfe mehr, das heißt, es hätte nie eine Tierhilfe gegeben. Denn ich kenne niemanden (mich eingeschlossen), der bereit gewesen wäre, seine Gesundheit, Freizeit und ein gemütliches Zuhause zu opfern, um stattdessen auf einem Notbett im Büro zu schlafen.

Es ist mir ein Rätsel, warum sich einige Leute so sehr bemühen, Frau Konopatsch in Misskredit zu bringen. Vermutlich weil sie immer wieder auf die fehlende Unterstützung aufmerksam gemacht hat. Vielleicht ist es auch nur Unwissenheit, weil man keine Ahnung hat, wie viel Arbeit und Kreativität hinter dem Erfolg steht.

Christel Alsen,

Schmessau, Mitglied

der Tierhilfe Wendland

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