Online: 29.10.2014 - ePaper: 29.10.2014

Demokratie ohne Demokraten?

Betrifft: Kommentar "Fürwahr: asozial" von Jens Feuerriegel (EJZ vom 11. Oktober) und Leserbrief "Extrem schädlich für den Landkreis" von Dieter Sauter, Prießeck (EJZ vom 14. Oktober)

Au weia, da dürfte an dumpfen Stammtischen aber schön gejubelt worden sein! 60000 Euro für mehr "Stimmvieh" im Banne von "spin-doctors" (Strippenziehern)! Also weg mit dem teuren "Stimmvieh" und "Entkrusten wir das Politiksystem" (siehe mein Leserbrief vom 8. Februar 2013). Mir machen solche Gedanken und vor allem die Wortwahl Sorgen, sie sind Wasser auf antidemokratische Mühlen.

In seinem Leserbrief informiert nun auch noch das UWG-Mitglied Dieter Sauter über einen UWG-"Antrag …, den Beschluss vom 29. September (Anmerkung: keine Reduzierung des Kreistags) aufzuheben und eine Satzung zu beschließen, die die Zahl der Kreistagsmitglieder auf 38 beschränkt". Im Klartext: Der Jurist und Kreistagsvorsitzende Sauter beantragt, den gesetzlichen Minderheitenschutz in dieser wichtigen Angelegenheit durch einen Trick auszuhebeln. Demokratie ohne Demokraten?

Kurz zur Sache: Die genannten Zahlen sind falsch. Auch wenn der Kreistag sich verdoppelt, ergibt sich keine Kostensteigerung für Ausschusssitzungen, weil die Zahl der Sitzungen gleich bleibt; bei mir ist das ein Drittel der Summe (für vier Ausschüsse). Bleiben 8000 Euro pro Jahr für vier Personen, das sind 0,008 Prozent des Kreishaushalts - zu viel für Arbeitsentlastung und damit leichteren Neueinstieg sowie für mehr persönliche Präsenz des Kreistags gerade in ländlichen Bereichen mit wenig Wählern?

↔Dr. Karl-Heinz Jastram,

↔Hitzacker

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