Online: 13.11.2014 - ePaper: 14.11.2014

Blitzgescheit oder unterbelichtet?

Betrifft: Artikel "Landkreis tapst in die eigene Blitzer-Falle" (EJZ vom 12. November)

So muss sich der Landkreis nun also mit seinen installierten Blitzern neu aufstellen. Aufstellen muss man sich in der Regel wieder, wenn man gefallen ist. Im aktuellen Fall also nach dem Auslaufen des Leasing-Vertrags mit der Aufsteller-Firma, die bisher nach Fallpauschalen abrechnete. Zwei Jahre sind nicht nur bei Handy-Verträgen ein Problemfall.

Die ersten Leasingverträge mit den Aufstellern laufen noch in diesem Monat aus und sollen - mangels befriedigender Rendite - durch Monatspauschalen in den Verlängerungsverträgen ersetzt werden. Die neuen Konditionen, was Wunder, sind für den Landkreis so ungünstig, dass kaum mehr etwas in der Kasse klimpert, geschweige denn raschelt.

Wie kommt's? Dünne Besiedlung, daher zu wenige potenzielle Zahler? Verantwortungsbewusstere Verkehrsteilnehmer? In letzterem Fall Ziel erreicht. Chapeau! Bekanntheitsgrad der Fallen zu hoch? Dumm gelaufen. Nun sitzt der Kämmerer in Kümmernis im Kämmerlein und wringt seine feuchten Taschentücher aus.

Wird nun deutlich, worum es im Prinzip, primär, in erster Linie, hauptsächlich, vordringlich, zu allerallererst wohl gegangen sein mag bei der Aufforstungsaktion mit landkreisdeckenden Radarzapfstellen? Wir lasen von zwei Millionen Euro pro Jahr, und die sind allenfalls für Bill Gates ein Pappenstiel, nicht jedoch für einen Landkreis, der gerade mit dem Land Niedersachsen einen Zukunftsvertrag abschließen soll, bei dem es unter anderem um solide Finanzen geht. Manchmal solide, manchmal so liederlich - wen kümmert's denn wirklich? Es schweigen die Lämmer bei diesem Dilemma...

Heinrich Baumgarten,

Hitzacker

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