Online: 24.11.2014 - ePaper: 25.11.2014

Betrifft: Kommentar "Mit der falschen Marschrichtungszahl" von Joachim Zießler (EJZ vom 30. Oktober)

Pazifisten wollen keine Gewalt

Herr Zießler leistet im EJZ-Kommenar seinen Beitrag zur medial zurzeit laufenden militärischen Mobilmachung. Der Kommentator schlägt vor, "...neu festzulegen, wofür wir militärische Gewalt anwenden wollen...". Herr Zießler spricht nicht für mich und die meisten Deutschen! Er sollte daher das "wir" vermeiden. Wir Pazifisten wollen keine militärische Gewalt. Sie führt ausschließlich zu Gegengewalt mit noch mehr Tod und Elend. Das kann man eigentlich wissen. Die militärischen Einmischungen des Westens im Irak und Afghanistan sind jüngste Beispiele dafür; vermutlich werden weitere folgen.

Es gibt viele gute Ideen und Konzepte aus der Friedens- und Konfliktforschung, wie Frieden oder erstmal nur die Abwesenheit von Gewalt herzustellen ist. Vielleicht recherchiert Herr Zießler dazu mal und schreibt einen konstruktiven Kommentar (Literaturempfehlung: "Why Civil Resistance Works"; Columbia University Press).

Die Militarisierung der Gesellschaft schreitet voran. Horrende viel unnützes Geld wird fürs Militär ausgegeben - mit steigender Tendenz, tagtäglich deprimierende, auch tendenziöse Meldungen in den Medien, Millionen Menschen sind auf der Flucht - mit steigender Tendenz.

Im Kommentar heißt es: "Wir sind nicht mehr Nehmer von Sicherheit, sondern Geber." Ich ziehe stark in Zweifel, dass Militär je in der Geschichte Sicherheit gegeben hat. Es kommt mir so vor, als hätte Herr Zießler lange "gedient" und ist unter der herkömmlichen, wenig innovativen Maxime der ultima ratio Krieg sozialisiert worden. Es ist nie zu spät - jeder kann dazulernen!

Margrit Albers, Hitzacker

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