Online: 05.12.2014 - ePaper: 06.12.2014

Schuldenmonster nicht erlegt

Betrifft: Zukunftsvertrag für Lüchow-Dannenberg

"Im Grunde sind wir alle fröhlich" (Boris von dem Bussche, FDP) - oder auch nicht. Zumindest nicht der niedersächsische Steuerzahler. Der Zukunftsvertrag des Landkreises Lüchow-Dannenberg ist eigentlich ein Umschuldungsvertrag, und es fließen auch keine 112,5 Millionen Euro nach DAN, sondern 112,5 Millionen an Schulden in den Landeshaushalt nach Hannover.

Da haben die "Vier Musketiere" (Pistorius, Schulz, Meyer, Schwedland) viel von der großen Politik gelernt: Ist man zahlungsunfähig, dann braucht man einen "reichen Onkel", der einem die Schulden abnimmt. Wie bei den maroden Banken oder Pleitestaaten werden die "faulen Kredite" in eine "Bad Bank", sprich in den Landeshaushalt, ausgelagert. Ein Bilanzierungstrick, eine Insolvenzverschleppung und kein Geniestreich. Als Unternehmer käme man dafür ins Gefängnis. Damit haben sie auf Kosten unserer Kinder die Lösung der Schuldenproblematik in die Zukunft verlagert.

Man will zwar in den nächsten zehn Jahre keine neuen Schulden auftürmen, aber die Herren Politiker haben im Vertrag strukturelle Anpassungsmaßnahmen vergessen, die da wären: Steuererhöhungen für alle und Ausgabenkürzungen im öffentlichen Haushalt. Schulden verschwinden nicht so einfach. Entweder man arbeitet und zahlt sie zurück, oder man streicht sie. Bei Letzterem verschwinden zwar die Schulden-Euros, aber gleichzeitig lösen sich auch die Guthaben-Euros in den Sparbüchern in Luft auf, und die fleißigen Bürger werden somit enteignet!

Ja, ihr tapferen Schulden-Musketiere, Ihr habt das Schuldenmonster leider nicht erlegt, sondern nur vertrieben. Liebe Lüchow-Dannenberger, warum soll ich als Niedersachse für eure Schulden aufkommen?

↔Dieter Busse,

↔Kirchgellersen

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