Online: 08.12.2014 - ePaper: 09.12.2014

Reitzentrum touristisch bedeutungslos

Betrifft: Artikel "Reitzentrum wartet auf Neustart" (EJZ am 25. November)

Der Artikel vermittelt den Eindruck, als erwarte man in Gartow das Wiederaufleben reiterlicher Betriebsamkeit, wenn doch nur endlich jemand das Reitzentrum kauft und weiter betreibt. Eine "Katastrophe" sei es, wenn die Anlage nicht in Betrieb ist. Für Gartow? Für die Reiter? Doch wohl eher für die wirtschaftlichen Interessen der Besitzerin. Und ob die gewahrt werden können und mit ihnen auch die touristischen Interessen der Samtgemeinde oder die der reitsportlich aktiven Pferdefreunde, erscheint mehr als zweifelhaft.

Wer kommt als Käufer in Frage? Ein kapitalkräftiger Privatkäufer, welcher die Anlage für seinen Leistungssport sowie Zucht und Ausbildung seiner Sportpferde nutzen will, wird eine breite Öffentlichkeit meiden. Da wird sich kein Breitensport entwickeln lassen, kein Kinderreiten, kein Schulsport, keine Jugendförderung. Auch kein Ferienbetrieb. Touristisch bedeutungslos.

Eher könnte ein Berufsreiter dieses Reitzentrum durch reitsportliche Angebote einem interessierten Kundenkreis öffnen. Auf Touristen kann er nicht hoffen. Die kommen selten mit Pferd, und Schulpferde müssen auch außerhalb von Ferienzeiten ernährt werden. Zur Deckung der Betriebskosten braucht er feste Kunden für Reitunterricht und ganzjährig Einsteller mit Pferden für Pension und Beritt. Die sind nicht in Sicht. Zwar gibt es einen Reitverein, der aber will keine Reitsportanlage als Heimat, zu viel Verantwortung, zu viel Arbeit, zu teuer. Und Turniere machen besser andere. Keine guten Bedingungen für nachhaltiges Geldverdienen.

Und was tut die Samtgemeinde für die Reiterei, wenn das Reitzentrum doch "superwichtig für Gartow" ist? Eigentlich nichts, die Reitwege sollen andere machen. Kein Geld. Man könnte fordern, das Reitzentrum durch die Samtgemeinde erwerben und betreiben zu lassen, um alle Wünsche hinsichtlich Breitensport, Kinderreiten, Schulsport, Jugendförderung und Ferienbetrieb selbst und nachhaltig zu erfüllen. Die Antwort kann ich schon vorwegnehmen: Das rechnet sich nicht. Man kann sich nicht für eine Handvoll Kinder, die ja sowieso bald wegziehen, ein defizitäres Reitzentrum leisten. Das sollen andere kaufen. Und ist ja auch nicht nötig, denn in der Samtgemeinde befindet sich schon eine Reitsportanlage, in der man das alles machen kann, nämlich in Vietze. Aha!

↔Arne von Treuenfels,

↔Vietze

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