Online: 08.12.2014 - ePaper: 09.12.2014

Nicht palavern, sondern handeln

Betrifft: Artikel "Die Tortur in der Innenstadt" (EJZ vom 5. Dezember)

Als Hobbypflasterer verstehe ich nicht, wo die Probleme für simple Querungshilfen in Dannenberg liegen. Ursächlich sind solche Probleme bei den Planern zu suchen, die nicht über den Rand ihrer Zeichentische blicken können. Zu verhindern wäre das nur, wenn sie für ihre Fehlplanungen in Regress genommen würden. Weil dem leider nicht so ist, bleiben die Kosten wie immer am Steuerzahler hängen, wenn nachgebessert werden muss.

Doch zurück nach Dannenberg. Mein Vorschlag wäre, das Großpflaster gegen Mittelpflaster (acht mal zehn Zentimeter) auszutauschen, um das Straßenbild nicht zu sehr zu verändern. Mir erschließt sich nicht so recht, wieso es einer Gemeinde mit eigenem Bauhof und Personal nicht möglich war, umgehend im Sommer/Herbst Abhilfe zu schaffen - Stichwort: Bürgernähe. Offenes Wetter hatten wir doch lange genug, ich habe problemlos bis zur letzten November-Woche gepflastert. Das Pflaster an einigen Übergangsstellen auszutauschen, kann nicht die Welt kosten, für verschwenderische Straßenbeleuchtung am hellichten Tage ist ja auch Geld da. Es ist wohl leher eine Frage der Organisation, Winterdienst zum Beispiel muss auch von einem auf den anderen Tag stattfinden, egal wann der Ernstfall eintritt.

Die Materialkosten halten sich in Grenzen: Eine Tonne Steine kostet etwa rund 80 Euro und reicht für rund vier Quatratmeter. Zu überlegen bliebe nur, wo und wie viele Übergänge angelegt werden sollten.

Der Bauamtsleiter meint, dass es auch mit Rücksicht auf die Geschäftsleute kaum zumutbar wäre, die Straße für längere Zeit zu sperren. Dazu nur so viel: Als am Prochaskaplatz gebaut wurde, hat auch keine Behörde Rücksicht auf Geschäftsleute genommen. Erst nach deren Protest wurde eine Zufahrt zur Innenstadt geschaffen. Könnten Querungshilfen nicht nach und nach erstellt werden? Für diverse Veranstaltungen werden auch Straßen gesperrt. Zwischendurch mal für einen Tag, wäre das nicht für alle zumutbar, um Abhilfe zu schaffen?

Im Bericht heißt es: "Seit Monaten schon, wenn nicht gar seit Jahren steht eine seniorenfreundlichere Innenstadt auf der politischen Agenda, sagt Bauamtsleiter Jens Hesebeck." Warum eigentlich wird jahrelang palavert und nicht einfach mal gehandelt?

Ich bin gern bereit, aktiv dabei zu helfen, und vielleicht finden sich noch Gleichgesinnte, denn wer weiß schon, wer von uns als Nächster mit einem Rollator oder Rollstuhl unterwegs sein wird.

Willi Grande, Prisser

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