Online: 12.12.2014 - ePaper: 13.12.2014

Stadt ein "Wohnraum" für alle

Betrifft: Artikel "Die Tortur in der Innenstadt" (EJZ vom 5. Dezember)

Zugang für alle, auch der zur Innenstadt Dannenbergs, bedeutet Barrierefreiheit. Damit ist gemeint, dass Menschen mit und ohne mobile Einschränkungen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Es gibt Barrieren in der Umwelt, wie zum Beispiel eine Straße mit Kopfsteinpflaster. Daneben gibt es aber auch mentale Barrieren, wie zum Beispiel das fehlende Bewusstsein dafür, vor welchen Hindernissen viele Menschen stehen und wie diese abgebaut werden können.

Für diejenigen, die Verantwortung für die Belange ihrer Mitmenschen übernehmen möchten, sollte dieses eine Selbstverständlichkeit sein. Das gilt - nach meiner Meinung - für die öffentlichen Bereiche Politik und Verwaltung, aber nicht zuletzt auch für die Vertreter des Einzelhandels einer Stadt. Nach vielen Diskussionen zwischen Politik, Verwaltung und Einzelhandel zum Thema ,,Querungshilfen" in der Langen Straße ist außer einigen unbrauchbaren Versuchen nichts weiter herausgekommen. Noch nicht einmal zu einem gemeinsamen Bekenntnis in dieser Sache zugunsten der mobil eingeschränkten Innenstadtbesucher hat es gereicht.

Ein in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten oder eine aktuelle Stadtentwicklungsplanung können doch wohl kein Hinderungsgrund sein. Das ist sehr bedauerlich, aber bestimmt auch nicht unabänderlich. Die Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Einzelhandel Dannenbergs sollten endlich damit anfangen, unsere Stadt auch als eine Art "gemeinsamen Wohnraum" für alle Bürgerinnen und Bürger zu begreifen. Denn eines ist sicher: Was die Lebensqualität benachteiligter Menschen einer Stadt steigert, ist ganz bestimmt auch gut für nachfolgende Generationen.

Günter Voß, Dannenberg

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