Online: 17.12.2014 - ePaper: 18.12.2014

Teer in die Fugen füllen

Betrifft: Artikel "Die Tortur in der Innenstadt" (EJZ vom 5. Dezember)

Als ich ein kleiner Junge war, gab es in Berlin-Wedding nur Kopfsteinpflaster. Laut und hinderlich, auch wenn es noch keine Rollatoren gab. Dann eines Tages zu Anfang der 50er-Jahre rückte eine Firma an. Sie hatte einige Leute, die den Dreck aus den Ritzen spritzten und fegten. Dann wurde ein Teerkocher herangerollt und heißer Teer in Kannen gefüllt. Damit gossen die Arbeiter die Fugen zwischen den Steinen aus. Das war noch kein Flüster-Asphalt, aber wesentlich besser als vorher.

Als ich Jahre später wegzog, klebte der Teer noch immer in den Fugen. Es ist fraglich, ob eine heutige Baufima noch zu so primitiven und billigen Maßnahmen in der Lage ist. Aber für Dannenberg wäre es vielleicht die bezahlbare Übergangslösung. Mit einem Kompressor und heutigem Material und ein wenig Handarbeit in wenigen Tagen zu erledigen. Oder wie wäre es mit einer Art "Zebrastreifen" (einer echten Querungshilfe) aus einem passenden Belag?

Aber es gibt bestimmt eine Vorschrift, die so einfache Lösungen verhindert, oder einen Unverantwortlichen, der genau weiß, warum das so (billig und einfach) nicht geht. Vielleicht sollte man den Dannenbergern dann empfehlen, die Pflastersteine selber zu entfernen und Mineralgemisch in die Löcher zu füllen. Bitte sorgsam mit den wertvollen Steinen umgehen, die könnten noch als Souvenir verkauft werden.

↔Helmut Koch,

↔Karmitz

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