Online: 17.12.2014 - ePaper: 18.12.2014

Verschlechterung der Bildungsqualität droht

Betrifft: Kommentar "Setzen, sechs!" von Benjamin Piel (EJZ vom 6. Dezember)

Schade! Statt Argumente und Fakten angemessen zu betrachten, bleibt die Diskussion am Abspielen von Oberflächlichkeiten, Vorurteilen und Halbwissen hängen. Scheinbar wird nicht verstanden, dass es im Kern nicht um eine Stunde zusätzlicher Unterrichtsverpflichtung oder um Klassenfahrten als solche geht, sondern um die seit Jahren schleichende Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und damit - als Konsequenz - auch eine drohende Verschlechterung der Bildungsqualität.

Die letzte Maßnahme der Landesregierung war nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte und eine Reaktion erforderte. Und diese Reaktion war keineswegs "hinterhältig", wie die Wortwahl des Kommentars suggeriert, sondern wurde offen geäußert und detailliert dargelegt. Jeder hätte es lesen können.

Anstatt den Gymnasiallehrern die Auflistung der Arbeitsbelastung vorzuwerfen, sollte man lieber die Landesregierung fragen, warum diese selbst keine solche Untersuchung durchführt. Anstatt den Lehrern eine Demontage der Horizonterweiterung zu unterstellen, sollte man wohl besser in die Schubladen in Hannover schauen. Dort liegen Ideen zur Kürzung der musischen Fächer und zum Outsourcing kultureller Bildung an private Anbieter.

Nein, es ist keineswegs ein Armutszeugnis für die Lehrerschaft zu protestieren. Es wäre eines, wenn sie es nicht täte. Denn nur so kann die Aufmerksamkeit auf ein viel größeres Problem gelenkt werden, das die Schulen und damit auch die Schüler stärker treffen wird als eine ausgefallene Klassenfahrt. Aber dies zu sehen, gelingt leider nicht allen.

↔Urs Mende-Averdunk,

↔Dannenberg

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