Online: 29.12.2014 - ePaper: 24.12.2014

Verwaltungsspitze blamiert

Betrifft: Baumängel bei Amtsturm-Sanierung (EJZ vom 20. Dezember)

Turmspitze nicht korrekt saniert! So heißt es in der Überschrift der EJZ. Verwaltungsspitze korrekt blamiert, wäre auch nicht schlecht. Langsam aber sicher ist es nicht mehr zu überbieten, was unsere Stadtführung verzapft. Weder die Stadtführung noch der beauftragte Architekt sind offenbar in der Lage, eine Mini-Baustelle zu überwachen und einen Bau ordentlich auszuführen. Riesige Gehälter und Löhne kassieren, Steuergeld verpulvern ohne Ende, große Kräne, Lastenaufzüge aufstellen, Schampus schlabbern und ein Tam-Tam vom Feinsten veranstalten, aber nicht in der Lage, um auf eine Zeichnung zu schauen. Das ist wirklich nicht mehr zu über-bieten.

Und das Kreis-Bauamt schaut trotz mehrerer Baustellenbesichtigungen auch noch zu, ohne etwas zu sagen, wie die Schildbürger der Stadt den krummen Turm von Lüchow bauen. Und das, obwohl das Bauamt sonst in jeden Garten kriecht oder Fotos aus der Luft macht, um dem normalen Bürger das Leben wegen einer falsch stehenden Hundehütte schwer zu machen. Beide Verwaltungen, ob nun das Bauamt vom Kreis oder die Lüchower Stadtverwaltung, haben meines Erachtens ihre völlige Unfähigkeit gezeigt und sich gemeinschaftlich der Steuergeldverschwendung schuldig gemacht.

Wobei der Lüchower Stadtdirektor Schwedland mitsamt seinem Rat und Verwaltungsausschuss als Bauherr die persönliche Verantwortung trägt. In der freien Wirtschaft wären die Herren nicht mehr auf ihren Posten. Die Damen und Herren müssen sofort suspendiert werden und ein ordentliches, vor allen Dingen unabhängiges Gremium muss diese Sache durchleuchten. Wer weiß schon, welche Leichen noch so in den Akten stecken. Dann heißt es, einen neuen Bauherrn und Architekten suchen, Kräne, Gerüst und Lastenaufzug bestellen, abreißen und noch mal von vorne. Wobei die Kosten für Abriss, Neuaufbau, Verwaltungsaufwand und Einnahmeverlust wird dieses Mal ja nicht, wie sonst immer, der Bürger, sondern der Stadtdirektor als Bauherr und Verantwortlicher aus seiner privaten Schatulle begleichen. Eventuell kann er die Knete ja später nach langem Rechtsstreit von seinem Architekten zurückverlangen, falls es dann noch etwas gibt.

Und da wir gerade dabei sind, können die Damen und Herren des Lüchower Verwaltungsausschuss die leichtfertig verschenkten 140000 Euro auch gleich von ihrem persönlichem Geld an die Bürger zurückzahlen. Auch Verwaltungsangestellte und Ratsmitglieder können für die von ihnen verursachten Schäden haftbar gemacht werden. Angesichts des Bauskandals fällt es fast gar nicht mehr auf, dass es im Amtsgarten kein Licht gibt und dass behinderte Menschen unser schönes Wahrzeichen wegen fehlender Barrierefreiheit nicht besichtigen können.

Peter Triebe, Lüchow

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