Online: 02.01.2015 - ePaper: 03.01.2015

Ruhige, beschauliche Fahrt

Betrifft: Leserbrief "Mit einem Drei-Stunden-Takt ist es nicht getan" von Michael Zabel, Schnackenburg (EJZ vom 20. Dezember)

Na, da ist aber ein Eisenbahn-Experte am Werk! Mit Verwunderung und mitunter leichtem Amüsement lese ich die Ausführungen von Herrn Zabel zur neuen Situation am Dannenberger Ostbahnhof.

Die "Lobhuddelei" gefällt Herrn Zabel ganz generell nicht, wohl weil sie "hoch drei" ausfällt. Und leider auch nicht darauf hingewiesen wurde, dass der Drei-Stunden-Takt seinerzeit auf seine Anregung hin zustande gekommen ist. Weder am Zug selbst, den Details zu Sitzplätzen und den angeblich die Aussicht störenden Fensterholmen noch an der Barrierefreiheit des Zuges lässt er ein gutes Haar. Und überhaupt: alles ganz, ganz schrecklich. Zu langsam, zu spät die Abfahrten, abschleppen nur unter Schwierigkeiten möglich, Trittbretter nicht beheizt, werden im Winter sicher nicht ausgefahren, weil sie vereist sind, etc. pp.

Und vor allem: kein Saufen mehr im Zug! Seit wann muss man sich für die KLP "vorglühen"? Was soll das denn? Muss man sich denn erst einen antrinken, um die KLP, auch noch mehr oder weniger angesäuselt auf dem Fahrrad, genießen zu können? Und warum sollten die Landfrauen denn ausgerechnet im Zug Sekt trinken wollen? Herr Zabel tut so, als ob das gang und gäbe gewesen wäre, bei meinen - weiß Gott - häufigen Zugfahrten habe ich so etwas noch nie beobachten können. Und zum Glück auch sonst niemanden, der sich bemüßigt fühlte, im Zug Alkohol zu konsumieren.

Was die Schnelligkeit angeht, die er fordert, so kann ich nur sagen: Ich freue ich mich jedesmal auf eine ruhige, beschauliche Fahrt, mit dem Gefühl, Hektik und Geschwindigkeit hinter mir lassen zu können. Ein Becher Kaffee, im Dannenberger Bahnhofs-Bistro gekauft, und die Zeitung, eine schöne Landschaft draußen, in Ruhe betrachtet - herrlich!

Platz war im alten Zug oft übermäßig vorhanden, manchmal herrschte gähnende Leere, so dass der neue wohl sehr gut mit weniger Sitzplätzen auskommen kann. Dafür gibt es auch für die Fahrräder jetzt Raum. Es tut mir leid, aber mir fällt zu Herrn Zabels Rundumschlag nur ein Wort ein, das mit "K" beginnt - mag sich jeder denken, was damit gemeint ist.

Hanínga Thiel, Damnatz

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