Online: 12.01.2015 - ePaper: 13.01.2015

In Demokratie fleißig üben

Betrifft: Leserbrief "'Sozen beenden die Ausbeutung endgültig'" von Kurt Herzog, Dannenberg (EJZ vom 8. Januar)

Dass Regieren schwieriger ist, als aus der Opposition heraus alles besser zu wissen, gehört zur Demokratie. Und dass Regieren schwierig ist, wird sich ja für die Linke in Thüringen bald zeigen. Warten wir also ab.

Bei der jüngsten Bundestagswahl hatte die CDU von Frau Merkel fast die absolute Mehrheit erreicht. Doch um regieren zu können, musste sie eine Koalition bilden. Das heißt, zur Koalition gehören Kompromisse. Auch das gehört zur Demokratie.

Die Sozialdemokraten haben, wie Frau Lotze richtig schreibt, unter anderem den Mindestlohn durchsetzen können. Leider vergisst man zu schnell, wie schwierig dies war, denn das hieß, andere Kröten schlucken zu müssen. Auch Frau Merkel musste die bayerische Kröte Maut schlucken. Schon vergessen? Aber auch das gehört zur Demokratie.

Es ist so leicht, am Rand eines Fußballfeldes ein Spiel zu beurteilen. Am Rand stehen immer die besten, klügsten Spieler. Genau so ist es bei der Politik. Die Sozialdemokraten leisten unbestreitbar gute Arbeit in der Koalition. Meckerei ist - Gott sei Dank - ein Recht in der Demokratie. Möge sich die Linke in der Demokratie weiter fleißig üben. Viel Erfolg!

Dietrich Seebohm, Hitzacker

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