Online: 12.01.2015 - ePaper: 13.01.2015

Unkenntnis über ökologische und wildbiologische Zusammenhänge

ZoomWenn es um die Jagd in heimischen Revieren geht, prallen Pro und Contra hart aufeinander. Die Meinungen gehen weit auseinander.

Betrifft: Leserbrief "Ballern, was das Zeug hält" von Andrea Seul (EJZ vom 3. Januar)

lch stehe zwei jagdlichen Organisationen vor, bin Mitorganisator großer Bewegungsjagden und kenne viele kompetente Jägerinnen und Jäger, mit denen ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit eng zusammenarbeite. Der diffamierende, pauschalisierende und teilweise beleidigende Leserbrief von Frau Seul geht unter die Gürtellinie, verunglimpft die gesamte Jägerschaft und macht mich tief betroffen. Er zeugt von einer weitgehenden Unkenntnis über die ökologischen und wildbiologischen Zusammenhänge und ist in dieser Form eigentlich nur peinlich. Daher werde ich auf diesen Brief auch nicht im Detail eingehen.

Da ich an das Gute im Menschen glaube und hoffe, dass auch Frau Seul lernfähig ist, unterbreite ich ihr ein Angebot: Sie sollte die Veranstaltung "Wild, Wein, Wendlandbräu" des Hegeringes Gartow, welche alljährlich am letzten Sonnabend im Juli, 18 Uhr, auf dem Kirchenvorplatz in Gartow stattfindet, besuchen. Dort kann sie gegen eine Spende Wildköstlichkeiten probieren. Das Wild stammt aus der Region und wurde von Jägerinnen und Jägern auf faire Art und Weise erlegt. Vorteil: Sie muss nicht mehr auf ihrem "Billighühnerbein" aus Massentierhaltung rumkauen, sondern lernt ein fettarmes, vitaminreiches Bioprodukt kennen. Nachteil: Sie könnte auf Männer treffen, die ihr vom Körperumfang nicht zusagen und unter Umständen auch noch Jäger sind. Das könnte ihr natürlich den Appetit verderben.

Daher komme ich jetzt zu meinem zweiten Angebot: lch stelle Frau Seul im Rahmen der Veranstaltung Jägerinnen und Försterinnen zur Seite, die unter Garantie nicht sabbern oder unter Alkoholeinwirkung stehen. Diese könnten ihr im Rahmen einer Kurzbeschulung ökologische und wildbiologische Zusammenhänge nahebringen. Vorteil: Sie könnte einen fundierten Leserbrief schreiben und erlangt ganz nebenbei auch noch zwischenmenschliche Kompetenz. Nachteil: Es sind eben Jägerinnen, die teilweise besser ballern als die Jäger.

Ich denke, die Vorteile unserer Veranstaltung überwiegen, und Frau Seul kommt ganz einfach einmal vorbei, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Bis dahin bitte ich sie aber, mit derartig primitiven Leserbriefen die Leserschaft der EJZ nicht weiter zu belästigen.

Michael Urbansky, Gartow,

Leiter des Hegeringes Gartow

und des Hochwildringes

Gartow-Lüchow

^ Seitenanfang