Online: 12.01.2015 - ePaper: 13.01.2015

Wildtiere immer mehr eingeengt

Betrifft: Leserbrief "Ballern, was das Zeug hält" von Andrea Seul, Luckau (EJZ vom 3. Januar)

Danke für diesen herzerfrischenden Leserbrief. ​Besser kann man es nicht ausdrücken. Gutbetuchte Hobbyjäger terrorisieren die Anwohner in ländlichen Gegenden nachts durch ihre Ballerei und behaupten auch noch von sich, Heger von Wald und Wild zu sein. Sie haben nicht nur aus tagaktiven Wiesenäsern nachtaktive​ scheue Waldtiere gemacht, sondern erschießen auch jährlich bundesweit rund 300000 Katzen und etwa 40000 Hunde. Bestraft wird dieses Verhalten allerdings äußerst selten. Wen wundert das. Unter den Richtern gibt es erstaunlich viele Hobbyjäger. Jeder Versuch von Tierschutzorganisationen -​, wie 2014 vom NABU in NRW zur Reform des Landesjagdgesetzes​ - ​die Abschaffung des Haustierabschusses, der Fallenjagd und der Ausbildung am lebenden Tier zu verbieten​, scheiterte​, trotz rot-grüner Regierung (www.nrw.nabu.de).

Der Lebensraum unserer Wildtiere wird durch die industrialisierte Landwirtschaft immer mehr eingeengt. Mais über Mais, Massentierhaltung, Gülle und Pestizide, verseuchte Felder. Die Spitze des Wahnsinns ist erreicht. Dazu kommt​, dass​ die Zäune von aufgeforsteten Waldflächen stehen bleiben, bis sie verrotten. Auf die Idee​, sie abzureißen​, wenn die Bäume hoch genug sind​, kommt hier keiner. Wozu auch?​​ Je weniger Rückzugsmöglichkeit für die Wildtiere bleibt​, um so besser lassen sie sich ermorden.

Hier noch zwei Domains für alle​, die ​mehr ​über unsere Hobbyjäger wissen wollen: www.lusttoeter.de und www. abschaffung-der-jagd.de.

Maria List, Prezelle

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