Online: 20.01.2015 - ePaper: 21.01.2015

Schulterzucken und vertuschen

Betrifft: Amtsturm Lüchow

"Denk' ich an Lüchow in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht." Dieses etwas veränderte Zitat von Heinrich Heine passt zu dem, was wir in den vergangenen zwei Monaten rund um den Amtsturm in Lüchow erleben mussten. Seitens der Stadtverwaltung, die ja als Bauherrin des Projekts Amtsturm ständig zu kontrollieren hat, ist nach dem Malheur der verdreht wieder aufgebauten Zinnen nun nur noch gleichgültiges Zuschauen und Schulterzucken zu vernehmen. Nur zur Erinnerung: Es geht um eine halbe Million Euro! So etwas kann man nur als mangelhafte Bauaufsicht bezeichnen.

Besonders Stadtdirektor Hubert Schwedland als Chef der Verwaltung wiegelt ab und macht das, was er am besten kann: Er bleibt untätig. Der Denkmalschutz gilt nicht nur für Bürger, sondern selbstverständlich auch für die Stadt Lüchow mit ihrer Verwaltung. Lediglich die CDU-Fraktion hatte von Anfang an dafür plädiert, dem Amtsturm im Sinne des Denkmalschutzes wieder sein vor dem Brand vorhandenes Kuppeldach zu verpassen. Das wäre auch im Sinne des Wendländischen Geschichts- und Altertumsvereins (WGAV) gewesen.

Es passt ins Bild, dass die Stadt Lüchow bereits zugesagte Fördermittel in Sachen Amtsturm wieder zurückgeben musste, weil Hubert Schwedland mit dem Antragsformular überfordert war. Eine Zusammenarbeit mit dem WGAV wurde vom Stadtdirektor nicht gewünscht. Folge: Vorsitzender Dr. von Welck beendete seine Tätigkeit. Ein weiterer Schaden für die Stadt Lüchow.

Wer nun der Auffassung ist, das Drama Amtsturm würde nicht noch mit einem weiteren Akt aufwarten, der kann beruhigt werden. Der gesamte ehemalige Innenhof des Schlosses - und damit das ganze Plateau - hat keinen behindertengerechten Zugang! Es darf nun munter spekuliert werden, ob Hubert Schwedland auch diesen katastrophalen Baumangel nicht bemerkt hat - oder ob wieder seine klassische Taktik des Vertuschens und Vergessens greifen soll.

Man kann nur hoffen, dass die Kreisdenkmalpflege in Sachen Zinnen korrigierend eingreift - und den Behindertenbeauftragten gleich mit zur Ortsbesichtigung nimmt.

Dr. Horst Kamphausen,

Lüchow, Hans-Joachim

Wicht, Lüchow

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