Online: 23.01.2015 - ePaper: 24.01.2015

Biotop wird unter einem Vorwand vernichtet

Betrifft: Artikel "Ärger über Rodung an der Elbe" (EJZ vom 2. Januar)

Als ich mich im Oktober 2014 entschlossen habe, ein Haus in Vietze zu erwerben (unter anderem wegen der so traumhaft schönen Landschaft), sagten mir die Hausbesitzer: "Im Winter wird ein Deich gebaut." Ich hatte nur vergessen zu fragen: "In welchem Winter?" Jetzt ist Winter. Stattdessen werden in Vietze fleißig Bäume gefällt - und nicht irgendwelche Bäume. Werden der Weidenweg und Pappelweg dann umbenannt in Kahlschlagpfad und Weidenfutschweg? Oder wie wäre es mit "Straße des Kurzschlusses"?

Angeblich soll sich das Fällen der Bäume im Falle eines Hochwassers positiv auswirken. Aber nicht für Vietze, die positive Wirkung, das Wasser um etwa einen Zentimeter zu senken, wirkt sich einige Kilometer weiter flussabwärts aus. Es wird also unter dem Vorwand, etwas für den Hochwasserschutz zu tun, ein unwiderbringliches Biotop vernichtet, damit eventuell in Gorleben oder Hitzacker der Wasserpegel bei Hochwasser einen Zentimeter niedriger ausfällt? Das alles unter einem grünen Minister? Und was wird als nächstes - so ganz nebenbei mal - abgesägt?

Grita Voelkel, Thunpadel/Vietze

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