Online: 02.02.2015 - ePaper: 03.02.2015

Keine Zeit für Hege?

Betrifft: pro und contra Jagd

Über das Waidwerk wurde in den vergangenen Wochen ausgiebig in der EJZ diskutiert, teilweise sehr naive, aber auch sachliche Leserbriefe. Dazu ein Wort zur Hege des Wildes - mit einer Hommage an meinen Vater. Nicht viele Nächte hat er in seinem Bett verbracht, er war bei Wind und Wetter in seinem Revier, Jagdgäste wurden in seinem Revier nicht geduldet. Fehlverhalten wurde angezeigt und vom Gericht verurteilt. Ein in seinem Revier verendetes Mufflon wurde von seinem Dackel als Totverbeller gefunden. Der Jäger, der den Widder angeschossen hatte, hat sich nie gemeldet. Die Schnecke, der Kopfschmuck des Widders, wurde in München mit einer Goldmedaille prämiiert und dem Waldmuseum Göhrde übergeben.

Nach seinem Tod sollte ich dafür sorgen, dass seine Trophäen nicht zu Hirschhornknöpfen verarbeitet werden. Die Suche nach einem würdigen Abnehmer blieb erfolglos. Sein Nachfolger zeigte mir die Trophäen, die er nach Übernahme des Reviers erlegt hatte - alles waren Prachtexemplare. Aus meiner Sicht war mein Vater ein Waidmann par excellence. Das verstehe ich unter Hege, wahrscheinlich in dieser schnelllebigen Zeit gar nicht mehr durchführbar.

Peter Perdelwitz,

Hitzacker

^ Seitenanfang