Online: 02.02.2015 - ePaper: 03.02.2015

Zwergschulen weder sinnvoll noch sozial

Betrifft: Schulstandorte

Die Schulentwicklungsplanung bietet seit jeher Raum für breite politische Diskussionen. Nach der Entscheidung, die viel zu klein gewordenen Schul-standorte in Bergen und Schnega mittelfristig zu schließen, ist deutlich geworden, dass die Diskussion in der Samtgemeinde weitergeht und weitergehen muss. Die Schulinspektionen haben gezeigt: Es gibt überall gute Schulen. Aus Qualitätsgründen wird also keine Schule geschlossen.

Als Ratsherr in der Samtgemeinde habe ich nicht die Aufgabe, persönliche Vorteile oder Ideologien zu verteidigen, sondern muss mich verschiedenen Fakten stellen: 1. Uns gehen die Kinder aus. 2. An fast allen Schulen besteht erheblicher Sanierungsbedarf - auf-grund gesetzlicher Vorgaben. 3. Das Geld ist knapp. 4. Die Samtgemeinde muss als Schulträger aller Grundschulen allen Schülern gute Bedingungen ermöglichen. 5. Unsere "großen" Grundschulen gehören niedersachsenweit zu den kleinen Schulen. In diesem Spannungsfeld sind Entscheidungen zu treffen, die auch die nächsten 20 Jahre eine tragfähige Grundlage bilden. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass in Kürze in Grabow eine weitere (private) Schule mit Grundschulkindern öffnen wird, die anderen Schulen fehlen.

Gedankenspiele, für viele Millionen auf der grünen Wiese neue Schulen zu bauen, werden nicht verhindern, dass in den betroffenen Ortschaften Schulen geschlossen werden. Die Aufrechterhaltung der Zwergschulen durch eine Flut von Ausnahmegenehmigungen mit zusätzlichen Kosten für die Schülerbeförderung halte ich weder für sinnvoll noch sozial. Fahrtstrecken von über sechs Kilometern sind an fast allen Schulstandorten wohnortnahe Realität und haben auch bisher nicht zu unzumutbaren Belastungen geführt. Es ist daher unter dem Gesichtspunkt der gleichen Bedingungen in der Samtgemeinde nicht einzusehen, die Privilegien einzelner zu subventionieren. Vielmehr muss es unsere Aufgabe sein, die zur Verfügung stehenden Ressourcen so zu verteilen, dass an allen Schulen wirklich gute Bedingungen vorgefunden werden. Der Schulneubau in Clenze ist so eine Investition in die Zukunft. Einen weiteren Schritt hat die Samtgemeinde mit der Kostenübernahme der Schulsozialarbeit getan. Es wird jedoch nicht dabei bleiben, um die künftigen Herausforderungen von veränderten Lebensbedingungen, baulichen Vorschriften, Inklusion oder Flüchtlingen zu bewältigen. Allein die Samtgemeinde wird diese Kosten nicht tragen können. Hier ist auch das Land in der Pflicht!

Michael Schemionek,

Schmarsau

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